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Praxisfall: Immobilie als Altersvorsorge

Ein 39-jähriger Mann kauft sich 1993 eine Immobilie. Diese will er als Kapitalanlage für seine Altersvorsorge nutzen.

Finanziert wird die Immobilie unter anderem mit einem Darlehen über 600 000 Mark. Dieses soll aber nicht schrittweise mit monatlichen Raten getilgt werden, sondern mit einer Kapitalbildenden Lebensversicherung. Nach 25 Jahren Laufzeit soll das Darlehen mit einem Schlag über die Police getilgt werden. Als monatliche Prämie zahlte der Anleger 800 DM. Die Versicherung Münchener Verein garantiert in der betreffenden Police, am Ende der Laufzeit die Summe von 284 700 Mark auszuzahlen. Darüber hinaus stellte sie dem Immobilienkäufer eine Überschussbeteiligung von insgesamt 315 300 Mark in Aussicht. Der Vertrag wirft der Prognose zufolge also genug ab, um nach 25 Jahren das Darlehen komplett zu tilgen.

Das Problem: Die Prognose wurde nach unten korrigiert. Die aktuelle Hochrechnung für die Police durch den Münchener Verein ergibt nur noch eine Gesamtablaufleistung von 411 400 Mark. Durch die Krise an den Kapitalmärkten erwirtschaftet der Versicherer weniger Überschüsse, als bei Vertragsschluss noch erwartet worden waren. Dem Anleger werden daher nun voraussichtlich 188 600 Mark fehlen, um den Kredit zu tilgen: Das sind fast ein Drittel der gesamten Kreditsumme. Der Anleger wird dann 64 Jahre alt sein. Wenn er schuldenfrei in die Immobilie einziehen will, muss er jetzt zusätzlich ansparen, um die Lücke zu schließen.

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