Praxisorientierte Ausbildung
Studium im Spurt: Bachelor statt Diplom

Eine an der Praxis orientierte Bachelor-Ausbildung vermittelt in maximal vier Jahren die wichtigsten Grundlagen. Anschließend können sich die Studenten für einen Job bewerben oder ein ein- bis zweijähriges Masterstudium dranhängen. Seit 1998 haben sich derartige Studiengänge in Deutschland inflationär ausgebreitet. Mittlerweile gibt es rund 1600 akademische Ausbildungen, an deren Ende kein Magister, Diplom oder Staatsexamen mehr steht.

Unternehmen stehen den neuen Titeln grundsätzlich positiv gegenüber. Gerade internationale Konzerne begrüßen deren Verbreitung: "Für das mittlere Management sind Bachelor-Absolventen interessant", sagt Christoph Fay, Leiter des Personalmarketings bei der Lufthansa. "Sie haben meistens internationale Erfahrungen, sind in der Praxis geschult und auch deutlich jünger als Uniabgänger." Wenn sie ihr Wissen später vertiefen wollten, bestehe immer noch die Möglichkeit, nach einigen Jahren im Job den Master draufzusatteln.

Bisher steht der großen Vielfalt an neuen Ausbildungen eine eher schwache Nachfrage seitens der Studenten gegenüber. Von knapp zwei Millionen deutschen Hochschülern sind nach Angaben des Statistischen Bundesamtes nicht einmal zwei Prozent in einem Bachelor- oder Masterstudium eingeschrieben. Selbst bei den Studienanfängern ist ihr Anteil mit etwa vier Prozent gering. "Viele Studiengänge sind bisher reine Nischenangebote", sagt Johanna Witte vom Gütersloher Centrum für Hochschulentwicklung (CHE).

Die Studenten halten vor allem deshalb am Altbewährten fest, weil sie sich von den anerkannten Abschlüssen bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhoffen. Denn einige Personalchefs können noch immer wenig mit den neuen Titeln anfangen. So erklärten in einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages bei 834 Unternehmen rund 42 Prozent, "nichts Genaues" über die gestuften Studiengänge zu wissen; knapp 15 Prozent hatten noch nie davon gehört.

Ob sich ein Bachelor-Studium heute dennoch schon lohnt und welche Universitäten welche Lehrgänge anbieten, lesen Sie unter www.wiwo.de.

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