Archiv
Predigt von Monsignore Erich Ramstetter in Auszügen

Monsignore Erich Ramstetter, enger und langjähriger Freund der Familie Kohl, hat in der Trauerfeier für Hannelore Kohl die Predigt gehalten. Sie lesen das Manuskript der Predigt in Auszügen:

dpa HAMBURG/SPEYER. " Wir sind hier im Kaiserdom zu Speyer zusammengekommen, um mit der Liturgie unserer Kirche Abschied zu nehmen von Dir, liebe Hannelore, oder um es zukunftgerichtet zu sagen, um ein neues Verhältnis zu Dir, liebe Hannelore, zu finden. Denn Du bist bei Gott. Wie oft hast Du, lieber Helmut, mit Hannelore diesen Dom besucht, um die Liturgie mitzufeiern oder Staatsgästen diesen geheiligten Raum nahe zu bringen! (...)

Zu jeder Zeit erleben wir nicht nur aufbauende und frohmachende Lebenskräfte um uns und in uns, sondern wir sind auch mit den zerstörenden und auf Vernichtung zielenden Kräften konfrontiert. Was dies heißt, habt ihr, lieber Helmut, lieber Walter und Peter bis in diese Stunde in maßloser und extremer Weise erlebt und erlitten.

Hannelore hat dieses schwere Schicksal in partnerschaftlicher Liebe und Treue geteilt und bis zuletzt zu Euch gehalten. Sie hat, wie sie einmal sagte, immer neben Dir und hinter Dir, lieber Helmut, gestanden. Alle Unterstellungen, Verleumdungen und Hasserfahrungen wurden zu eurem gemeinsamen bitteren Leid. Ich weiß nicht, ob es denen bewusst ist, was es bedeutet, einem Menschen die Ehre rauben zu wollen. Dies zielt immer auf Leben und Lebenskraft. (...)

Die Fülle des Leids an Seele und Leib hat sie (Hannelore) diesen Schritt auf den unbegreiflichen und liebenden Gott vollziehen lassen. In der Feinfühligkeit, die ihr auch zu eigen war, hat sie sich von Dir, lieber Helmut, verabschiedet. Sie wusste welchen Schmerz sie Dir, Walter und Peter, bereitet, aber sie stand unter den Zwängen der Krankheit. Ihre Liebe und Treue, ihre Dankbarkeit für das lange gemeinsame Leben bringt sie in ergreifender Weise zum Ausdruck. (...)

Zuletzt zwang ihre Krankheit sie, das Licht zu meiden und in der Dunkelheit zu leben. Es war ein Martyrium, weil sie dadurch vom Leben abgeschnitten wurde und nicht mehr am gesellschaftlichen Leben teilnehmen konnte. Wie schmerzlich war es für sie, nicht an der festlichen Hochzeit von Dir, lieber Peter und Elif, teilnehmen zu können. Als mein Bruder und ich gleich nach der Rückkehr aus der Türkei ihr von der feierlichen und großartigen Hochzeit berichten konnten und ihr sagten, dass wir überzeugt sind, Peter und Elif würden ein glückliches Paar, da weinte sie vor Glück und Schmerz, weil sie bei diesem Schritt auf euer gemeinsames Leben außen vor bleiben musste. In außergewöhnlich großer Herzlichkeit und Dankbarkelt hat sie sich von uns verabschiedet. (...)

Wer in der Dunkelheit leben muss, sehnt sich nach dem Licht! Hannelore Kohl hat sich nach dem unvergänglichen Licht gesehnt, nicht nach den untergehenden Sonnen. Wir glauben und beten, dass Gott sie seine Herrlichkeit schauen lässt. Dass er ihre Tränen trocknet und ihr den Frieden und die ewige Ruhe schenkt."

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%