Preis für Übertragungsrechte soll sinken
„Fußball ist viel zu teuer geworden"

Helmut Thoma rechnet mit sinkenden Preisen für die Fußball-Übertragungsrechte: "Fußball ist in allen europäischen Ländern viel zu teuer geworden.

HB/dpa MÜNCHEN. Die Verluste sind zweistellig, in dieser Form ist das nicht mehr zu tragen", sagte der frühere RTL- Geschäftsführer beim 7. ispo-Sport-Sponsoring-Kongress am Montag in München. Zudem sei "die Zusammensetzung der Zuschauer nicht mehr so attraktiv". Formel 1 und Skispringen hätten viel jüngere Zuschauer als der Fußball.

Im Fußball sei für das Fernsehen die Champions League "das Maß aller Dinge", dagegen fielen die nationalen Spiele ab, sagte Thoma. "Eine Ausnahme wäre am Ende der Meisterschaft ein entscheidendes Spiel, wo es um die Meisterschaft geht." Trotz der Attraktivität der europäischen "Königsklasse" geht er davon aus, dass es auch hier eine gewaltige Preisreduzierung geben müsse, damit RTL den Vertrag noch einmal verlängere. Andernfalls werde sich der Privatsender womöglich auf Formel 1 und Skispringen konzentrieren.

Den Erfolg des Skispringens führt er vor allem auf die unterschiedliche Darstellungsweise durch öffentlich-rechtliche und private Sender zurück. "Man muss Sport zum Gesprächsstoff machen", sagte Thoma, der davon ausgeht, dass die Preise für die Rechte an Skisprung-Übertragungen steigen.

Trotz Kirch-Krise habe Deutschland eine relativ stabile TV- andschaft, die sich nicht mehr viel verändert werde und in der alle Sender mit einem leichten Gewinn ausgestattet seien, behauptete Thoma. "Die momentane Krise wird bei weitem überschätzt", sagte er. Überlegungen, einen öffentlich-rechtlichen Sportkanal nach Vorbild des Informationssender Phoenix einzuführen, würden wegen politischer Bedenken wahrscheinlich nicht durchgehen.

Dagegen kann sich Thoma eine Kooperation zwischen dem Deutschen Sport-Fernsehen (DSF) und dem Deutschen Sport-Bund (DSB) als gemischte Form vorstellen. Wenn das DSF als Teil aus der Kirch-Insolvenz-Masse verkauft werde, könne eine Lösung zwischen DSB und DSF möglich sein, glaubt der Medienexperte.

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