Preis soll die Begeisterung für E-Business fördern
Internetprofis und echte Typen

Mummert & Partner und das Handelsblatt verliehen einen E-Commerce-Award an fünf Studenten.

Rechnungen per Internet verschicken, ohne sie auszudrucken, zu couvertieren, zu frankieren und dem Kunden ermöglichen, sie auch gleich online zu bezahlen, ohne Formulare ausfüllen oder gar zur Bank laufen zu müssen: eine gute Idee. Und eine Idee, wie Wilhelm Alms, Vorstandsvorsitzender der Mummert AG, betont, an deren Umsetzung zurzeit nicht nur viele Unternehmen herumtüfteln, sondern in die auch Berater viel Engagament hineinstecken.

Wie "Electronic Bill Presentment and Payment" funktionieren könnte, beschreibt Donovan Pfaff in seiner Diplomarbeit, die sein BWL-Professor Bernd Skiera an der Universität Frankfurt mit 1,0 bewertete.

Damit errang Pfaff den mit 6 000 Mark dotierten ersten Platz bei dem von der Unternehmensberatung Mummert & Partner zusammen mit dem Handelsblatt ausgeschriebenen E-Commerce-Award. In seiner Arbeit, so lobte die Jury, hat der 28-Jährige nicht nur theoretisch die Erfolgskriterien für den Versand von Rechnungen im Internet beschrieben, sondern seiner Arbeit auch gleich einen kompletten Businessplan hinzugefügt.

Hohe Praxisorientierung der Arbeit überzeugte die Jury

Die hohe Praxisorientierung dieser Arbeit war es auch, die die Jury, zu der neben Mummert-Vorstandschef Alms noch Prof. Horst Meyer-Wachsmuth, Vizepräsident der Fachhochschule Nordostniedersachsen, Gunnar Uldall, Partner bei Mummert & Partner und Annette Eicker vom Handelsblatt gehörten, dazu veranlasste, Pfaff unter 34 Einsendungen auszuwählen.

Sein Abitur hat Pfaff erst mit 20 gemacht, doch dann hat der Frankfurter richtig Kohlen aufs Feuer geworfen: Ausbildung zum Bankkaufmann, BWL-Studium, daneben Mitarbeit bei der Studentenorganisation AIESEC. Inzwischen hat Pfaff den Businessplan seiner Diplomarbeit schon in einer Unternehmensgründung umgesetzt. Die Bonpago GmbH bietet elektronische Rechnungsstellung an. Sie sitzt in einem Inkubator der Universität Frankfurt, wird von dem renommierten E-Commerce-Professor Bernd Skiera unterstützt und ist auf der Suche nach Venture Capital.

2. Preis: Case-absed-Reasoning - oder wie man aus Fehlern lernen kann

Abstrakter ist die Diplomarbeit über das "Case-Based Reasoning", die Markus Pfuhl an der Universität Marburg schrieb. Der 27-jährige Wirtschaftsmathematiker bekam dafür den zweiten Preis in Höhe von 3 000 Mark. Case-Based Reasoning ist eine Methode der künstlichen Intelligenz, die nach der Maxime vorgeht: Schaue dir die Strukturen deines Problems an und suche in der Vergangenheit nach ähnlichen Fällen, aus deren Fehlern und Erfahrungen du lernen kannst, und übertrage sie auf moderne Technologie.

Markus Pfuhl wandte seine Theorie auf das Produktangebot eines mittelständischen Unternehmens, die Günther Heißkanaltechnik GmbH, an. Das international tätige Unternehmen bietet seinen Kunden neben rund 1 000 standardisierten Produkten auch ganz individuelle Einzellösungen an. Die Methoden der künstlichen Intelligenz erlauben es nun, trotz individueller Wünsche die Anfragen von Kunden in einem ersten Schritt standardisiert zu beantworten.

Auf Markus Pfuhl trifft zu, was Mummert-Chef Alms im Rahmen der Preisverleihung auf der Cebit generell über die Teilnehmer des E-Commerce-Award sagte: "Es sind nicht nur hervorragende Studenten, sondern auch echte Typen" - eine Spezies, nach der die Beraterbranche inzwischen lechzt. Der 27-Jährige begeistert sich nicht nur für Programmiersprachen wie Java, Visual C++ oder HTML, sondern auch für Musik. Als Stellvertreter leitet er den Posaunenchor in der Kirchengemeinde seines Heimatortes Allendorf.

3. Preis: Aufbau einer E-Commerce-Plattform leicht gemacht

Der dritte Preis - dotiert mit 1 000 Mark - ging an zwei junge Wissenschaftler: Andreas Emmrich und Stefan von Behren verfassten beim Fraunhofer Anwendungszentrum für Logistikorientierte Betriebswirtschaft in Paderborn gemeinsam die Projektarbeit "Konzeption und prototypische Realisierung einer E-Commerce-Plattform für Entsorgungsdienstleistungen und-produkte". Sie ist wie eine professionelle Beraterarbeit aufgemacht und beantwortet für die Sulo-Gruppe die Frage, wie sie eine E-Commerce-Plattform, zum Beispiel für den Handel mit Müllgroßbehältern, aufbauen sollte.

Der 27-jährige Emmrich studiert Wirtschaftsingenieurwesen an der Universität Paderborn und ist seit September 2000 wissenschaftliche Hilfskraft am Fraunhofer Anwendungszentrum, ebenso wie der 29-jährige Stefan von Behren, der BWL in Paderborn studiert.

Sonderpreis für Jürgen Voß

Einen Sonderpreis von 1 000 Mark erhielt der 26-jährige Jürgen Voß aus Kiel, der von der Internet-Community Dol2day - sprich: Democracy Online Today - zum "Internet-K@nzler" gewählt worden ist. Dol2day.com ist die größte Politik-Community im deutschsprachigen Internet. Mit knapp 9 000 erreicht Dol2day für eine Politiksimulation eine beachtliche Mitgliederzahl. Auf dieser Plattform diskutieren politisch interessierte Menschen - nicht nur - über politische Inhalte, sondern stimmen auch darüber ab.

Die Mitglieder, sogenannte "Doler", gruppieren sich mittlerweile in 17 virtuellen Parteien und über 100 Initiativen. Sie tauschen Erfahrungen aus und tragen ihre Konzepte oftmals auch aus dem Internet hinaus in die reale Politik hinein. Einen Höhepunkt bildet alle drei Monate die Wahl des K@nzlers, der die Community nach innen und außen vertritt. Derzeit ist dies Jürgen Voß, der im Internet Mitglied der FPi - Fortschrittliche Plattform im Internet - ist und im "realen" Leben Mitglied der FDP und Jurastudent in Kiel.

Award soll die Begeisterung für E-Business fördern

Die Initiative zur Auslobung des E-Commerce-Award ergriffen Mummert & Partner und das Handelsblatt, um Studenten aller Fachrichtungen dazu anzuregen, sich mit der Entwicklung des E-Commerce auseinanderzusetzen, neuartige Fragestellungen zu formulieren und ungewöhnliche Ansätze zur Lösung bekannter Probleme zu finden. Entscheidend bei diesem Award, den es im nächsten Jahr wieder geben wird
(Teilnahmebedingungen), ist die praxisnahe Demonstration des wirtschaftlichen Nutzens von neuen Ideen.

Für beide Partner ist der Preis nicht als Rekrutierungsinstrument gedacht. Angesichts des eklatanten Mangels an IT-Spezialisten jedoch, der sich inzwischen in vielen Unternehmen zum echten Wachstumshindernis entwickelt hat, sollen die Begeisterung von Studierenden für dieses Themenfeld gefördert und herausragende Studenten unterstützt werden.

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