Preis zwischen 24 und 25 Euro erwartet
Infineon-Kapitalerhöhung schon überzeichnet

Einen Tag vor Ende der Präsentationen bei Investoren in den USA ist die geplante Kapitalerhöhung beim Münchener Halbleiter-Hersteller Infineon Technologies nach Angaben von Marktteilnehmern schon überzeichnet. Die bis zu 60 Mill. Aktien könnten zu einem Preis zwischen 24 und 25 ? auf den Markt kommen, hieß es am Mittwoch bei Marktteilnehmern in Frankfurt und London.

rtr MÜNCHEN/FRANKFURT. Dieser Preis würde Infineon 1,44 Mill. bis 1,50 Mrd. ? einbringen, die unter anderem in die neue 300-Millimeter-Chip- Fabrik in Dresden und in Zukäufe investiert werden sollen. Mit dem Verkauf eines 49-Prozent-Anteils an der Leuchtdioden-Firma Osram Opto Semiconductors will sich Infineon noch Zeit lassen.

Alles ist eine Frage des Preises

"Das ist alles eine Frage des Preises. Bei einem so großen Unternehmen wie Infineon wird der Kapitalschritt erfolgreich sein, wenn der Preis stimmt", sagte ein Fondsmanager in London. In den vergangenen Tagen waren an Märkten und in Medien Zweifel aufgekommen, ob Infineon die Kapitalerhöhung platzieren könne. Infineon wollte sich zu den Einschätzungen am Mittwoch zunächst nicht äußern. Vorstandschef Ulrich Schumacher hatte vor Beginn der Roadshow mit einem Preis von rund 27 ? und einem Erlös von 1,7 Mrd. ? gerechnet. Der Preis soll am Donnerstag nach Börsenschluss in den USA bekannt gegeben werden.

Das genaue Preisniveau hänge noch von der Marktentwicklung an den Technologiebörsen am Mittwoch und Donnerstag ab, sagte ein Fondsmanager, dessen Fonds nach seinen Angaben eine größere Order abgegeben hat. "Wenn die Nasdaq um drei Prozent zulegt, gewinnen sie, wenn sie drei Prozent verliert, wir", sagte er.

Die Infineon-Aktie stieg am Mittwoch um 2,9 % auf 25,01 ? und schwang sich damit knapp über die Marke von 25 ?, die Marktbeobachter als "Schmerzgrenze" für die Umsetzung der Kapitalerhöhung genannt hatten. Im frühen Geschäft waren die Papiere auf ein Allzeit-Tief von 24,14 ? gefallen. Als Grund für die Aufwärtstendenz nannten Aktienhändler die Empfehlung der Investmentbank Merrill Lynch, das Infineon auf mittlere Sicht auf "Kaufen" von zuvor "neutral" hochgestuft hatte. Das Papier sei überverkauft.

Ausstieg aus Joint-Venture

Bei dem bereits im vergangenen Herbst angekündigten Ausstieg aus dem Leuchtdioden-Gemeinschaftsunternehmen mit der Siemens - Lampen-Tochter Osram sieht sich Infineon nicht unter Zeitdruck. "Der Zeitfaktor spielt für uns keine Rolle", sagte ein Infineon-Sprecher am Mittwoch in München und widersprach damit einem Bericht der "Financial Times Deutschland", wonach der Beteiligungsverkauf kurzfristig geplant sei. "Wir rechnen mit einer Entscheidung in diesem oder nächsten Geschäftsjahr", wiederholte der Sprecher frühere Aussagen. Analysten schätzen den Erlös aus dem Verkauf des Anteils auf mehrere hundert Mill. ?.

Infineon verhandelt bereits seit Ende 2000 mit Osram. Der seit längerem geplante Schritt stehe in keinem Zusammenhang mit dem gegenwärtigem Kapitalbedarf, betonte der Sprecher. Die Osram Opto stellt im bayerischen Regensburg Leuchtdioden für die Auto- und die Kommunikationsbranche sowie Infrarot-Bauelemente her. Infineon-Chef Schumacher hatte bereits im Herbst angekündigt, sich von der Optoelektronik trennen zu wollen. Osram misst dem Geschäft dagegen nach eigenen Angaben einen hohen Stellenwert bei. Im Geschäftsjahr 1999/2000 hatte Osram Opto 281 Mill. ? umgesetzt. Erst im Dezember wurde der Grundstein für eine weitere Fabrik gelegt, die 120 Mill. ? kosten soll.

Analysten hatten den Verkauf von Osram Opto Semiconductors als eine Alternative zur Kapitalbeschaffung bezeichnet, wenn die Kapitalerhöhung platze. Der Infineon-Sprecher erklärte, es gebe keinen Zusammenhang mit dem gegenwärtigen Kapitalbedarf. Der Ausstieg sei Teil der lange geplanten Portfolio-Bereinigung.

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