Preisanstieg hat nichts mit Ölvorräten zu tun
Ölpreis steigt zur Eröffnung leicht

Nach den verheerenden Terroranschlägen in den USA sind die Terminkontrakte auf Rohöl am Mittwoch etwas höher in den Londoner Handel gestartet. Gestern war der Ölpreis schlagartig auf 31 US-Dollar für ein Barrel Nordsee Brent angestiegen.

dpa-afx/rtr LONDON. Zur Eröfffnung kostete ein Barrel (159 Liter) der richtungweisenden Nordsee-Ölsorte Brent 29,10 Dollar. Am Dienstag war der Ölpreis in Reaktion auf die Terroranschläge bis zu rund drei US-Dollar angezogen, ging aber nach der Zusicherung ausreichende Lieferungen der Organisation Erdöl exportierender Länder wieder etwas zurück.

Spekulationen, Terroristen aus den Nahen Osten könnten für die Angriffe verantwortlich sein, nährten Befürchtungen an den internationalen Märkten, dass die USA zu Vergeltungsschlägen ausholen.

Auch an der Erdölbörse International Petrol Exchange (IPE) hält man den Anstieg des Ölpreises für gerechtfertigt. Sollte sich herausstellen, dass eine Verbindung in den Nahen Osten besteht, werde der Ölpreis noch stärker steigen, prognostizierte ein IPE-Händler.

Der Preisanstieg habe nichts mit den Ölvorräten zu tun, sagte Leo Drollas vom Centre for Global Energy Studies in London. Der Markt fürchte dennoch eine militärische Intervention der USA im Nahen Osten. Drollas hält eine Verschärfung der US-Sanktionen gegen Staaten, die als Unterstützer des Terrorismus gelten, für möglich. Die Ereignisse in den USA würden den Ölmarkt vermutlich nicht sofort, sondern auf lange Sicht negativ beeinflussen, fügte Drollas hinzu.

Der Generalsekretärs der Organisation Erdöl exportierender Staaten (OPEC), Ali Rodriguez, versicherte am Dienstagabend laut OPEC-Nachrichtenagentur, sich weiterhin an der globalen Nachfrage nach Rohöl zu orientieren. Außerdem sei er bereit zusätzliche Förderkapazitäten zu nutzen, falls dies erforderlich werden sollte. Alle Mitglieder seien der Marktstabilität verpflichtet und würden eine ausreichende Marktversorgung gewährleisten, sagte Rodriguez.

Sollte sich herausstellen, dass die Anschläge nicht vom Nahen Osten ausgegangen sind, werde der Ölpreis rasch wieder sinken, hieß es in der OPEC nahestehenden Kreisen. Einen Vergeltungsschlag der USA gegen die Ölquellen im Nahen Osten halten sie selbst dann für unwahrscheinlich, wenn die Hintermänner der Anschläge in dieser Region zu suchen seien. Eine solche Aktion würde den wirtschaftlichen Interessen der USA zuwiderlaufen.

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