Preisdruck hält an
Zetsche will bei Chrysler an fast allen Ecken sparen

Mit Sparmaßnahmen in allen Bereichen des Unternehmens will Chrysler-Chef Dieter Zetsche die im Preiskampf mit GM und Ford schwindenden Renditen der Daimler-Chrysler-Tochter auffangen. Nur am Personal will Chrysler nicht mehr rütteln.

Reuters AUBURN HILLS. "Ob bei den Umrüstkosten oder den Materialkosten, wir müssen unsere Kostenposition verbessern, und das noch schneller", sagte Zetsche. Die Nettoverkaufspreise von Chrysler waren im ersten Quartal um weitere 1,5 % gesunken, nachdem sich die Nummer drei unter den US-Autoherstellern mit Ford und GM weiter einen Wettlauf um Rabatte und Nullzins-Finanzierungen liefert.

"Der Preisdruck hält an. Bis zu einem gewissen Punkt kann man sich nur aussuchen, wo es wehtut - beim Absatz oder beim Preis", sagte Zetsche. Chrysler hatte im ersten Quartal mehr als ein Fünftel seines Umsatzes für Marketing ausgegeben, wozu die Verkaufsanreize gerechnet werden. Stellenstreichungen bei der US-Tochter hatte Daimler-Chrysler-Finanzvorstand Manfred Gentz bereits in der vergangenen Woche ausgeschlossen. Chrysler hat seit dem Beginn der Sanierung vor gut zwei Jahren rund 26 000 Stellen abgebaut, 20 % seiner gesamten Belegschaft.

Chancen auf weitergehende Einspar-Potenziale sieht Zetsche nicht nur im verstärkten Austausch von Teilen mit Mercedes-Benz, sondern auch mit den eigenen Nischenmarken Jeep und Dodge. "Die Ressourcen von Daimler, auf die wir hier zugreifen können, sind ziemlich einzigartig", sagte der Chrysler-Chef, der vor seinem Wechsel in die USA die Nutzfahrzeug-Sparte von Daimler-Chrysler geführt hatte. "Chrysler und Dodge werden künftig mehr gemeinsam haben, was die Technik betrifft. Das ist eine riesige Chance."

Mit den Sanierungen, der Lösung der Qualitätsprobleme und mit neuen Modellen glaubt Zetsche auch den Angriff der Japaner auf die Position von Chrysler auf dem heimischen Markt abwehren zu können. Analysten in den USA erwarten, dass Toyota den US-Autobauer bald von seinem dritten Rang verdrängen wird. "Ich glaube nicht, dass das passieren wird", gab sich Zetsche überzeugt. Chrysler werde schneller Marktanteile gewinnen als Toyota aufholen könne.

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