Preise der Zulieferer sollen gedrückt werden
Fiat streicht Kapazitäten zusammen

Mit einer drastischen Verringerung der Produktionskapazitäten und Entlassungen in nicht genannter Höhe reagiert der italienische Autokonzern Fiat auf die anhaltende Flaute des Geschäfts. Außerdem sollen die Preise der Zulieferer um 3,5 % gedrückt werden, sagte der Chef von Fiat-Auto, Giancarlo Boschetti bei einer Veranstaltung in Paris.

mab MAILAND. Im ersten Halbjahr hat die Autosparte des größten italienischen Industriekonzerns 823 Mill. Euro Verlust gemacht. Auch im August sind von den drei konzerneigenen Marken, Fiat, Lancia und Alfa Romeo, auf dem Heimatmarkt über 10 % weniger Autos verkauft worden als im entsprechenden Vorjahresmonat. Der Marktanteil in Italien sank auf 30 %. 2001 betrug er 32 % , vor 10 Jahren waren es noch 60 %.

Laut Boschetti sind die Werke des Unternehmens derzeit nur zu 70 % ausgelastet. Daher werde man die Kapazitäten um rund 20 % verringern. Nähere Angaben machte er nicht, deutete aber an, dass harte Einschnitte nötig seien, die auch einen weiteren Abbau von Arbeitsplätzen beinhalteten. In diesem Sommer waren bereits knapp 3 000 Arbeiter betriebsbedingt gekündigt worden.

Gewerkschaftsvertreter gehen kurzfristig vom Wegfall weiterer 3 000 - mittelfristig sogar 6 000 Jobs aus. Unternehmenskreise bestätigten, dass der Notplan noch in diesem Jahr umgesetzt werden solle. Höchst wahrscheinlich dürften dieses Mal auch Werkschließungen kein Tabu mehr sein. Bislang hat Fiat lediglich Schichten gestrichen und kurzarbeiten lassen. Die Börse hat positiv auf die Pläne reagiert. Bis zum Nachmittag legte die zuletzt auf ein 17-Jahres-Tief gefallene Fiat-Aktie um 2,5 % zu.

Renault überholte Fiat

Boschetti begründet den Sparzwang mit dem hohen Investitionsbedarf des Unternehmens. Der Autohersteller plant, bis 2004 jährlich 2,5 Mrd. Euro in die Entwicklung neuer Modelle zu investieren. Das ist deutlich mehr als in den letzten Jahren. Der frühere Chef des ebenfalls zum Fiat-Konzern gehörigen LKW-Produzenten Iveco will bis 2006 rund 20 neue Modelle auf den Markt bringen. Ziel ist, den Marktanteil in Europa von rund 8 % wieder auf 10 % zu steigern.

Zuletzt war Fiat von Renault und den japanischen Produzenten überholt worden. In den letzten Wochen hat der neue Vorstandschef des Gesamtkonzerns, Gabriele Galateri di Genola, eine Sanierung der Autosparte zur Bedingung für deren langfristigen Verbleib unter dem Konzerndach gemacht. Fiat verfügt von 2004 bis 2009 über eine Verkaufsoption für den Autobereich an den strategischen Partner General Motors. GM besitzt heute bereits 20 % von Fiat-Auto.

Quelle: Handelsblatt

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