Preise für "Line-Sharing" müssen noch verhandelt werden
Telekom muss Sprach- und Datenübertragung getrennt anbieten

Ab September können Wettbewerber der Deutschen Telekom AG deren Hausanschlüsse bei den Telefonkunden auch teilweise mieten, um nur Daten und nicht auch Sprache zu übertragen. Der Bonner Konzern ist künftig verpflichtet, die Teilnehmeranschlussleitung auch aufgesplittet zu Verfügung zu stellen, wie die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post am Freitag verkündete.

vwd BONN. Ihrer Anordnung zum so genannten Line-Sharing liegt eine EU-weite Gesetzgebung zu Grunde. Die Telekom muss entsprechende Verträge binnen zwei Monaten vorlegen. Bis das neue Angebot auf den Markt kommt, hat sie dann noch weitere drei Monate zur technischen Erprobung Zeit. Die Anschlussleitung in die Haushalte wird dabei in einen niederen und einen höheren Frequenzbereich unterteilt. Der untere Sektor kann für die Sprachübertragung, der obere für die Übermittlung von Daten etwa beim schnellen Zugang ins Internet genutzt werden. Die Wettbewerber haben jetzt den Anspruch, allein diesen oberen Frequenzbereich von der Telekom zu erhalten. Die Preise seien zunächst Verhandlungssache zwischen dem Ex-Monpolisten und der Konkurrenz, sagte der Präsident der Regulierungsbehörde, Matthias Kurth. Der Preis für einen Teil der Leitung werde aber sicherlich geringer sein als für den gesamte Anschluss. In einer mit dem Line-Sharing verwandten Entscheidung billigte der Regulierer die Preise der Telekom für ihre breitbandigen DSL-Anschlüsse, die über die Telefonleitung Hochgeschwindigkeits-Zugang ins Internet erlauben. Diese Entgelte seien regulatorisch nicht zu beanstanden, sagte Kurth. Die Behörde war dem Verdacht nachgegangen, die Entgelte könnten absichtlich nicht kostendeckend sein, um den Wettbewerb zu behindern. Der Regulierer ist zu dem Schluss gekommen, dass die Preise zwar nicht in allen Angebotsvarianten die Kosten decken, so in der Kombination von DSL mit ISDN-Anschlüssen, doch rechtfertigten sich diese Preisunterschiede zum einen durch einen erzielbaren höheren Mehrwert bei DSL-Paketen mit analogen Anschlüssen, sagte Kurth, zum anderen könne es der Telekom aus unternehmerischer Sicht nicht verwehrt werden, bei der Einführung neuer Produkte Anlaufverluste in Kauf zu nehmen, da dies nur für einen mittelfristigen Zeitraum vorgesehen sei. Schließlich sei bei den teilweise nicht kostendeckenden DSL-Preisen eine Verdrängungswirkung nicht erwiesen. Von den Verbänden der Telekom-Wettbewerber, VATM und breko, wurde die DSL-Entscheidung kritisiert.

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