Preise für Speicherchips sinken weiter
Analyst: "Infineon hat ein Cashproblem"

Die Aktien des Halbleiterherstellers Infineon sind am Montag entgegen einem festeren Trend am Gesamtmarkt deutlich gefallen, was Analysten auf einen starken Rückgang der Preise für Computerspeicherchips zurückführten. Investoren fürchteten, der Preisfall könne nun die ohnehin angeschlagene Liquiditätslage der Münchener Siemenstochter belasten, hieß es bei Experten.

Reuters FRANKFURT. Die Papiere fielen bis zum Mittag um mehr als zehn Prozent auf 12,93 Euro, während der Dax um 3,6 Prozent zulegte. Der Dow-Jones-Stoxx-Index für die europäischen Technologiewerte stieg um 3,8 Prozent.

"Infineon hat ein sehr ernst zu nehmendes Cashproblem", sagte Karsten Iltgen, Analyst bei WestLB Panmure. "Sollten sich die Preise für DRAM-Chips nicht erholen, könnte dem Konzern Mitte nächsten Jahres die Liquidtät ausgehen und er müsste sich refinanzieren." Solange es keine konkrete Lösung zu dem Finanzierungsproblem gebe, stünden Infineon-Aktien weiterhin unter Druck, fügte der Analyst hinzu. Derzeit liegt der Verkaufspreis für Speicherchips zwischen 1,39 bis 1,50 US-Dollar und damit deutlich unter den Herstellungskosten von 3,40 US-Dollar.

Die Anschläge in den USA vor rund zwei Wochen haben nach Einschätzung von Experten die Hoffnungen auf eine Erholung der Halbleiterbranche gegen Ende des Jahres fast zerstört. "Vor diesen Anschlägen in den USA gab es Hoffnung, dass die DRAM-Preise durch das Weihnachtsgeschäft und einer größeren Nachfrage nach PCs wieder anziehen könnten. Aber wenn man bedenkt, dass das Verbrauchervertrauen wahrscheinlich stark angeschlagen ist, ist das nicht mehr so wahrscheinlich", sagte Iltgen.

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