Preise weitgehend stabil
Bundesliga setzt 275 000 Dauerkarten ab

Trotz eines gemäßigten Preisanstiegs und konjunktureller Schwierigkeiten steht die Fußball-Bundesliga bei den Fans weiterhin hoch im Kurs. Die 18 Erstligisten haben vier Wochen vor dem Start der 40. Saison schon 274 500 Dauerkarten verkauft.

HB DÜSSELDORF. Damit bewegt sich der Absatz der Abonnements im Weltmeisterschafts-Jahr auf dem Niveau der Vorjahres-Rekordsaison. Einen Tag vor dem Start der Spielzeit 2001/2002 hatten die Clubs fast 330 000 Jahreskarten an die Fans gebracht und damit erstmals eine Schallmauer durchbrochen.

Die Zuschauer müssen für das Live-Erlebnis Fußball in diesem Jahr kaum tiefer in die Tasche greifen. Einige Clubs haben die Preise leicht angehoben. Mit der Umstellung auf den Euro oder den TV- Mindereinahmen habe dies aber nichts zu tun, versicherten alle Verantwortlichen. Beim VfB Stuttgart hat es einen leichten Anstieg von "drei bis vier Prozent" gegeben. "Wir haben die D-Mark-Preise halbiert und dann aufgerundet", so Pressesprecher Jens Marschall.

Der 1. FC Nürnberg "verteuerte" alle Kategorien nur um einen Euro, während Borussia Mönchengladbach (10 %) und Aufsteiger VfL Bochum (11,4 %) durchschnittlich etwas mehr aufschlugen. "Wir haben seit fünf Jahren nicht erhöht. Damit gleichen wir nur die Mindereinnahmen durch Inflation und Mehrwertsteuer aus", erklärte VfL-Geschäftsführer Ansgar Schwenken. Ähnliche Gründe gaben die Borussen an.

Keine Euro-Zurückhaltung zu spüren

Beim Gros der Liga blieben die Preise fast unverändert. "Sie sind weitgehend stabil", erkläre der Pressesprecher des 1. FC Kaiserslautern, Michael Novak. Trotz der allgemeinen Diskussion um den "Teuro" und der Konjunkturschwäche sei keine Zurückhaltung bei den Fans zu spüren. Novak: "Die Leute sparen, aber das Geld für die Dauerkarte geben sie aus." Rekordmeister Bayern München, der wieder 21 000 Karten verkaufen wird, und Vizemeister Bayer Leverkusen betonen, dass die Euro-Preise zu Gunsten der Fans umgerechnet wurden.

Übereinstimmend berichten die Clubs, dass der Gewinn des Vize- Weltmeistertitels der Nationalelf keinen spürbaren Karten-Boom ausgelöst habe. "Der große Run hat nach der WM nicht eingesetzt", sagte HSV-Sprecher Torsten Wessels. Die Norddeutschen sind dennoch sehr zufrieden mit dem bisherigen Verkauf (20 600). Der Rekord aus dem Vorjahr (22 549) könnte bis zum Saisonstart fallen.

Borussia Dortmund Branchenführer

Am kräftigsten in der Kasse klingelt es erneut bei den Branchenführern Borussia Dortmund (45 000) und FC Schalke 04 (41 800). Der deutsche Meister stoppt den Verkauf am Freitag, beim Pokalsieger ist das Kontingent seit Mittwoch ausgeschöpft. Wie die Revierclubs weisen auch Leverkusen (16 500) und Aufsteiger Hannover 96 (11 200) bereits neue Bestmarken auf. Bayer - Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser erwägt wegen der "seit Jahren großen Karten-Nachfrage", die vor allem bei den frei verkäuflichen Tickets bei Spitzenspielen Probleme "bis zur Klageandrohung" bringe, den Ausbau der kleinen Bay-Arena.

Um noch mehr Dauerkunden zu locken, haben Borussia Mönchengladbach und Werder Bremen gar ihre Profis eingespannt. In Bremen wirbt Krisztian Lisztes auf 183 Plakatwänden für den Besuch im Weserstadion. In Gladbach verkauften Vorstand und Spieler am vergangenen Samstag 123 Tickets in der Fußgängerzone.

Schlusslichter sind derzeit Bochum (4 200), Hansa Rostock und Energie Cottbus (beide 4 000). Die Lausitzer haben aber erst am Montag mit dem Verkauf der Stehplatzkarten begonnen. Sie rechnen wegen der Umbauarbeiten und der vorübergehend geringeren Kapazität im Stadion der Freundschaft mit einem "rekordverdächtigen" Absatz.

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