Preise wie zu Beginn der Marktöffnung
Großteil der privaten Stromrechnung geht an Vater Staat

Ein deutscher Haushalt muss 2003 für seinen Strom trotz zwischenzeitlicher Preissenkungen im Schnitt wieder so viel bezahlen wie zu Beginn der Marktöffnung 1998.

HB/dpa HANNOVER. "Die Preissenkungen sind durch die staatlichen Abgaben überkompensiert worden", sagte der Präsident des Verbandes der Elektrizitätswirtschaft (VDEW), Werner Brinker, am Montag auf der Hannover Messe. Nach durchschnittlich 47 ? pro Monat im vergangenen Jahr erwartet der VDEW für einen Haushalt mit drei Personen im laufenden Jahr rund 50 ? Stromkosten monatlich - so viel wie vor fünf Jahren.

Rund 41 % der Stromrechnung in privaten Haushalten gingen in Form von Mehrwertsteuer, Beiträgen für das Erneuerbare-Energien- Gesetz (EEG) und die Ökosteuer an den Staat. Durch den Windkraftboom sei ein weiterer Anstieg der staatlichen Belastungen abzusehen. "Der Betrag für Stromerzeugung, -transport und-vertrieb ist seit Beginn des Wettbewerbs dagegen um rund 21 % gesunken", sagte Brinker. Ein eventuell länger dauernder Irak-Krieg könne sich zusätzlich negativ auf den Markt auswirken, befürchtet der VDEW-Präsident. "Die Preise für Importsteinkohle und Gas entwickeln sich zeitversetzt parallel zum Ölpreis."

Brinker sprach sich gegen die Bestrebungen der Politik aus, eine umfassende Regulierung durch eine Behörde einzuführen. Dies wird zur Zeit von der Regierung diskutiert. "Zusätzlicher Bürokratie- und Kostenaufwand ist das Letzte, was der Standort Deutschland braucht", sagte er. Wenn es eine solche Instanz geben müsse, sollte sie "so schlank wie möglich" gehalten werden. Die bestehende Verbändevereinbarung zwischen der Stromwirtschaft und der Industrie zur Regelung des Netzzugangs sei ausreichend.

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