Preisentwicklung birgt keine Gefahren
US-Industrieproduktion erstmals seit Juli gestiegen

Die Produktion der US-Industrie ist im November wie von Analysten erwartet erstmals seit Juli dieses Jahres wieder gestiegen. Zugleich nutzten die Betriebe nach Angaben der US-Notenbank (Fed) ihre Kapazitäten etwas stärker als im Vormonat.

Reuters WASHINGTON. Darüber hinaus nahm die Zahl der neu begonnenen Wohnbauprojekte unerwartet deutlich zu. Die Statistiken bestätigten die Annahme der Fed, die diese bei ihrem Treffen am 10. Dezember geäußert hatte, "dass sich die US-Wirtschaft ihren Weg aus der aktuellen Schwächephase bahnt", wobei von der Inflation weiterhin keine Gefahren für die Konjunktur ausgingen.

Produktion liefert uneinheitliches Bild

Die Gesamterzeugung der Fabriken, Bergwerke und Energieversorger in den USA stieg, gestützt auf eine deutliche Steigerung der Automobilproduktion, zum Vormonat saisonbereinigt um 0,1 Prozent nach einem Rückgang von 0,6 Prozent im Oktober, teilte die Fed mit. Analysten hatten ebenfalls mit einem Anstieg von 0,1 Prozent gerechnet. Der Anstieg im November war der erste seit dem Plus von 0,7 Prozent im Juli dieses Jahres.

Ohne die Autoproduktion ergab sich jedoch ein uneinheitliches Bild. Trotz nachlassender Attraktivität der Kaufanreize, wie der Null-Zins-Finanzierungen, steigerten die Autohersteller ihre Produktion, um die Läger ihrer Händler wieder aufzufüllen. Dagegen nahm die Erzeugung von Anlagen und Ausrüstungen für die Wirtschaft, die von Volkswirten als Barometer für die Investitionsbereitschaft der Unternehmen gewertet wird, im dritten Monat in Folge ab. Andererseits stieg die Produktion von Hochtechnologie-Erzeugnissen, wie Computer und Telekommunikationsprodukte, im November im zweiten Monat hintereinander um robuste 0,6 Prozent.

Zugleich weiteten die Unternehmen die Kapazitätsauslastung im November leicht auf 75,6 Prozent von 75,5 Prozent im Oktober aus. Volkswirte hatten eine Kapazitätsauslastung von 75,4 Prozent prognostiziert. "Stabilität nach ein paar Monaten mit Rückgängen ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber eine Steigerung um gerade mal einen Tick ist nichts worüber sich zu schreiben lohnt", sagte Alan Levinson, Chefvolkswirt beim Haus T.Rowe Price in Baltimore.

Preisentwicklung birgt keine Gefahren

Keine Gefahren für die Konjunktur in den USA gehen weiterhin von der Preis- und Einkommensentwicklung aus. Die durchschnittlichen preis- und saisonbereinigten Wochenlöhne der US-Arbeitnehmer stiegen im November im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Prozent nach einem Plus von 0,1 Prozent im Oktober.

Zudem sind die US-Verbraucherpreise von Oktober auf November entsprechend der Erwartungen von Volkswirten um 0,1 (Oktober plus 0,3) Prozent gestiegen. Preisdämpfend wirkten sich nach Angaben des US-Arbeitsministeriums im November sinkende Kosten für Energie und Bekleidung aus. Die Energiepreise, die vier Monate in Folge gestiegen waren, sanken im November um 0,2 Prozent. Dies sei im wesentlichen durch einen Rückgang der Benzinpreise um 0,4 Prozent bedingt gewesen.

In der Kernrate - ohne die schwankungsanfälligen Preise für Nahrungsmittel und Energie - zogen die Preise wie schon im Oktober um 0,2 Prozent an. Von Reuters befragte Volkswirte hatten für November im Schnitt in der Gesamtrate einen Anstieg um 0,1 Prozent und in der Kernrate ein Plus von 0,2 Prozent vorausgesagt. "Wir sehen weiterhin eine mäßige Inflation", sagte Jim O'Sullivan, Volkswirt bei UBS Warburg. Im Vorjahresvergleich sind die Preise nach den Zahlen des Ministeriums damit um 2,2 Prozent und in der Kernrate um 2,0 Prozent gestiegen.

Unerwartet deutlich gestiegen ist im November die Zahl der neu begonnenen Wohnbauprojekte in den USA. Damit blieb dieser Wirtschaftszweig, wie schon seit Monaten, dank anhaltend niedriger Hypothekenzinsen Wachstumsmotor der US-Wirtschaft. Wie das US-Handelsministerium mitteilte, erhöhte sich die Zahl der Wohnbaubeginne gegenüber Oktober aufs Jahr hochgerechnet um 2,4 Prozent auf 1,697 Millionen. Von Reuters befragte Volkswirte hatten im Schnitt 1,672 Millionen Einheiten vorausgesagt.

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