Preiserhöhung für Stadtwerke
Eon-Tochter Ruhrgas macht satte Gewinne

Der Handel mit Erdgas beschert der neuen Eon-Tochter Ruhrgas immer sattere Gewinne. Trotz eines preisbedingten Umsatzrückgangs um 11 % auf 11,9 Mrd. ? stieg der Jahresüberschuss im vergangenen Geschäftsjahr um 13 % auf 554 Mill. ?.

HB/dpa ESSEN. Auch für das erste Quartal 2003 vermeldete der größte Gashändler Deutschlands am Dienstag in Essen einen "vielversprechenden Start" mit erneut verbesserten Gewinnen. Dennoch müssen sich die Verbraucher auf höhere Gaspreise einstellen.

Zum 1. Juli werde es eine Preiserhöhung für Stadtwerke und andere Ferngasgesellschaften um sechs Prozent geben, sagte Ruhrgas-Chef Burckhard Bergmann. Dies bedeute jedoch nicht, dass die Gesellschaften die Erhöhung vollständig an die Endkunden weitergeben würden. Die Gaspreise sind zeitverzögert an die Mineralölpreise gekoppelt, die durch den Irak-Krieg in die Höhe getrieben wurden. Seit März 2003 gehört die Ruhrgas vollständig zum Energiekonzern Eon. Der Übernahme des hochprofitablen Unternehmens mit einem Marktanteil von 52 % beim Gasabsatz waren monatelange kartellrechtliche Auseinandersetzungen vorausgegangen.

Der Trend zum Erdgas habe sich unterdessen im vergangenen Jahr fortgesetzt, sagte Bergmann. In Deutschland sei der Erdgas-Anteil am Primärenergieverbrauch 2002 um 0,3 %punkte auf 21,7 % gestiegen. Ende 2002 seien rund 46 % aller Wohnungen in Deutschland mit Erdgas beheizt worden. Bei den Baugenehmigungen lag der Erdgasanteil mit 75 % auf Vorjahreshöhe. Ruhrgas verbesserte seinen Absatz im vergangenen Jahr vor allem durch gestiegene Exporte um 1,8 % auf 612 Mrd. Kilowattstunden.

Das Unternehmen kündigte weiteres Wachstum an. Nach Rekordinvestitionen von insgesamt 1,25 Mrd. ? im vergangenen Jahr seien für 2003 bis 2005 Investitionen von insgesamt 2,7 Mrd. ? geplant, sagte Finanzchef Friedrich Janssen. Vor allem in weitere Beteiligungen in Europa wolle man investieren. Zum Ruhrgaskonzern gehören bereits rund 130 Unternehmen. Zu den größten Anteilskäufen zählten 2002 der Erwerb von Anteilen an der slowakischen SPP, der ABB-Messtechnikgruppe sowie die Erhöhung der Anteile an der russischen Gazprom, dem größten Gasunternehmen der Welt. Vor allem wegen der ABB-Mitarbeiter erhöhte sich die Anzahl der Beschäftigten konzernweit um rund 3300 auf mehr als 12 500.

Am Dienstag wurde bekannt, dass Ruhrgas seinen Anteil an Gazprom von rund sechs auf 6,4 % weiter erhöht hat. Für einen halben Prozentpunkt sei ein Kaufpreis von 100 bis 150 Mill. $ zu veranschlagen, sagte Bergmann. Er bekräftigte das Ziel, den Anteil "in vorsichtigen Schritten" auf acht bis zehn Prozent zu erhöhen. Bergmann betonte, dass eine wachsende Erdgas-Nachfrage in Europa sowie eine zurückgehende Eigenproduktion zu einem erhöhten Importbedarf führen würden. Ruhrgas bezog 2002 jeweils rund 29 % seines Gases aus Norwegen und Russland.

Das Geschäftsjahr 2003 stehe ganz im Zeichen der Integration in den Eon-Konzern, sagte Bergmann weiter. Ruhrgas gehe gestärkt aus dem Zusammenschluss hervor. Bei den wegen der Ministererlaubnis bis Ende August notwendigen Beteiligungsverkäufen sei das Unternehmen "vollkommen auf dem Weg", betonte er. Es gebe "genug Interessenten" für die Beteiligungen an VNG, Bayerngas und den Stadtwerken Bremen. Die Verhandlungen seien "detailliert".

Bergmann warnte vor zu viel staatlicher Regulierung in der Energiewirtschaft. Die geplante Regulierungsbehörde solle sich auf grundsätzliche und stabile Vorgaben beschränken, um die Investitionsbereitschaft der Gaswirtschaft nicht zu gefährden.

Der Aufsichtsrat der Ruhrgas AG wählte am Dienstag den neuen Vorstandsvorsitzenden der Eon AG, Wulf Bernotat, zu seinem neuen Vorsitzenden. Er löst den ehemaligen Eon-Chef Ulrich Hartmann ab.

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