Preiserhöhungen angekündigt
Preussag-Tochter TUI wächst über dem Markt

Die trotz der Konjunkturschwäche ungebremste Reiselust der Deutschen beschert Europas führendem Reiseveranstalter TUI auch in diesem Jahr deutliche Zuwächse. Dabei legt die wichtigste Tochter des weltgrößten Touristikkonzerns Preussag nach eigenen Angaben stärker zu als die Branche und gewinnt zusätzliche Marktanteile.

Reuters HANNOVER. Für das am 31. Oktober endende Touristikjahr 2000/2001 erwartet TUI zwischen sieben und acht Prozent Umsatzzuwachs. In der noch laufenden Sommersaison geht TUI-Chef Volker Böttcher von einem Plus von über neun Prozent aus. Für die Wintersaison kündigte Böttcher bei der Programmpräsentation am Donnerstag in Dresden Preiserhöhungen von durchschnittlich drei Prozent an.

Nach dem verhältnismäßig schwachen Umsatzzuwachs in der zurückliegenden Wintersaison von vier Prozent werde TUI infolge des guten Sommergeschäfts in diesem Jahr wieder Marktanteile hinzugewinnen, sagte Böttcher. Das Wintergeschäft sei nur zu einem Drittel am Gesamtumsatz beteiligt. Im Touristikjahr 1999/2000 hatte TUI 8,3 Mrd. DM Umsatz bei 6,6 Mill. Gästen erzielt. Auch die Rendite entwickele sich erfreulich, sagte Böttcher, nannte aber keine konkreten Zahlen.

Reisemarkt wächst überdurchschnittlich

Der deutsche Reisemarkt wächst im laufenden Touristikjahr nach den Worten Böttchers um etwa drei bis fünf Prozent und liegt damit deutlich über dem allgemeinen Wirtschaftswachstum. "Die Deutschen machen ungeachtet aller wirtschaftlichen Hiobsbotschaften ihrem Ruf als 'Reiseweltmeister' alle Ehre", sagte Böttcher. Im weltweiten Vergleich nähmen die Deutschen nach Angaben der World Travel Organisation (WTO) mit 100 Milliarden DM Jahresumsatz weiterhin die Spitzenposition ein. Die WTO gehe auch für die Zukunft in der Reisebranche weltweit von jährlich vier Prozent mehr Gästen und sieben Prozent mehr Umsatz aus.

Die Reisetrends der Saison 2001 decken sich bei TUI mit denen der Branche: Hohe Zuwächse für die Türkei (plus 75 Prozent), Bulgarien (plus 100 Prozent) oder Kroatien (plus 60 Prozent), starke Rückgänge für die USA (minus zehn Prozent) und ein Einbruch für Israel (minus 82 Prozent) infolge der Krise im Nahen Osten. Spanien bleibt trotz des Türkei-Booms auch bei TUI mit Abstand das wichtigste Auslandsziel der Deutschen. Es sei gut möglich, dass am Ende der Saison das Vorjahresniveau mit 2,3 Millionen Urlaubern erreicht werde, sagte Böttcher.

Preiserhöhungen angekündigt

Die Preiserhöhungen für die Wintersaison begründete Böttcher mit den Kerosinpreissteigerungen und dem im Vergleich zum Euro hohen Dollarkurs. Sie seien sehr moderat ausgefallen. Bei einzelnen Fernreisezielen wie Mexiko oder Dominikanische Republik liegt der Preisaufschlag bei sechs Prozent. Andere Ziele wie Thailand oder Südafrika werden im kommenden Winter sogar billiger. Generell gehören nach Ansicht Böttchers sinkende Preise in der Touristikbranche jedoch der Vergangenheit an. "Mit dem Slogan 'Billiger als im Vorjahr' dürfte Schluss sein."

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