Preiserhöhungen drohen
Tui-Töchter steigern Umsatz um 9% auf 8,3 Mrd. DM

Europas größter Reiseveranstalter liegt mit seiner Umsatzentwicklung deutlich über dem Gesamtmarkt. Das Spanien-Geschäft war erstmals rückläufig.

Reuters HANNOVER. Europas größter Reiseveranstalter Tui will nach einem Umsatzplus von neun Prozent im abgelaufenden Touristikjahr 1999/2000 auch in der kommenden Saison stärker als der Markt zulegen. Zugleich kündigte der Branchenführer am Sonntag für den Sommer 2001 höhere Preise bei vielen Reisen an. Als Gründe nannte Tui die gestiegenen Treibstoffkosten und die Euro-Schwäche, die die Kosten in Ländern mit Abrechnung in US-Dollar erheblich verteuere. Im Einzelfall betragen die Aufschläge bis zu 8 %. Für einige Ziele gebe es auch Preisnachlässe, teilte die zum Preussag-Konzern gehörende Tui Deutschland GmbH bei der Präsentation ihres Sommerkatalogs auf Teneriffa mit.



Umsatz dreimal so stark wie der Gesamtmarkt

Tui

habe in einem schwierigen Reisejahr seine führende Position auf dem wichtigsten europäischen Touristikmarkt Deutschland erneut ausgebaut, sagte Tui-Chef Ralf Corsten. Der Umsatz im Geschäftsjahr 1999/2000 sei nach einem schwachen Start um neun Prozent auf 8,3 Mrd. DM gesteigert worden. Damit sei der Umsatz dreimal so stark wie der Gesamtreisemarkt in Deutschland gestiegen. Für die Wintersaison hätten die Buchungszahlen nach schwachem Beginn jetzt ebenfalls angezogen und lägen über den Vorjahreswerten, sagte Corsten. Für das Gesamtjahr 2000/2001 prognostizierte der künftige Preussag-Vorstand ein Marktwachstum von 3 %, das Tui erneut übertreffen wolle. Voraussetzungen dafür seien aber eine weiterhin positive Gesamtkonjunktur in Deutschland und keine zusätzlichen starken Erhöhungen der Benzinpreise.

Zu den Urlauberzahlen machte Corsten bei der Präsentation des Sommerkataloges auf Teneriffa keine Angaben. Über den Ertrag der Touristiksparte werde sich die Preussag als Konzernmutter auf ihrer Bilanzpressekonferenz im kommenden Februar äußern, hieß es.



Hoteliers müssen Teil der Mehrkosten übernehmen

Die Mehrkosten durch die Kerosinpreissteigerungen und den teuren US-Dollar würden nicht komplett an die Urlauber weitergegeben, so dass der Aufschlag insgesamt moderat ausfalle, sagte Tui Touristik-Chef Volker Böttcher. Für Länder wie Mexiko oder die USA würden Pauschalreisen bei Tui um 7 bis 8 % teurer, im Mittelmeerraum dagegen nur zwischen einem und 3 %. In allen Zielgebieten hätten die Hoteliers einen Teil der Mehrkosten übernehmen müssen. Dort, wo die finanziellen Spielräume noch groß gewesen seien, gebe es jetzt trotz langer Flugstrecken oder auch Abrechnung in US-Dollar sogar Preisnachlässe, wie zum Beispiel für die Dominikanische Republik.

Im Geschäftsjahr 1999/2000 gingen beim Branchenprimus nach Jahren des Zuwachses im Hauptreiseland Spanien erstmals Umsatz und Gästezahlen zurück. Betroffen war vor allem das Reiseziel Nummer eins der Deutschen, die Baleareninsel Mallorca. Debatten um die geplante Ökosteuer auf Mallorca, Berichte über streikende Taxifahrer, Proteste des Flughafenpersonals und Wassermangel hätten die Nachfrage nicht gerade stimuliert, sagte Corsten. "Von einer Spanien- oder gar Mallorca-Müdigkeit kann jedoch keine Rede sein." Die Vorjahressaison in Mallorca sei ein absolutes Ausnahmejahr gewesen. Andere spanische Reiseziele wie die Kanarischen Inseln oder das Festland hätten zugelegt. Mallorca und Spanien insgesamt seien nach wie vor mit großem Abstand das Lieblingsziel der Deutschen. Gewinner des Reisesommers 2000 waren bei Tui die Türkei und Ägypten, wo nach den Einbrüchen im Vorjahr die Umsätze um 120 und 100 % stiegen.

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