Preiserhöhungen greifen
Stahlindustrie trotzt Konjunkturkrise

Die deutsche Stahlindustrie blickt im Gegensatz zu anderen Wirtschaftszweigen trotz der schwachen Weltkonjunktur mit Zuversicht in das Jahr 2003.

Reuters HANNOVER. Die Auslastung der Stahlhersteller liege derzeit bei 90 %, die Preise seien wieder auf einem recht hohen Niveau und die Ertragslage der Produzenten sei insgesamt durchaus befriedigend, fasste Stahlverbandspräsident Dieter Ameling am Montag auf der weltgrößten Industriemesse in Hannover die Situation zusammen.

Gerade in den ersten drei Monaten seien die Renditen der Unternehmen sehr gut gewesen. Erfreulich verlaufe vor allem das Geschäft mit Flachstahlprodukten und Walzdraht. Angesichts der gesunden Nachfrage seien auch weitere Preiserhöhungen durchsetzbar. Die Stahlhersteller hatten nach einem drastischen Einbruch im vorigen Jahr die Preise in mehreren Schritten angehoben. Auch in diesem Jahr gab es im Januar und April Preiserhöhungen. Sie seien vom Markt gut aufgenommen worden, sagte Ameling. Die für Juli angekündigte Preisrunde dürfte sich wohl ebenfalls durchsetzen lassen. Aktuell liege man mit den Preisen noch etwas unter den Spitzenwerten, die im ersten Halbjahr 2000 bezahlt wurden.

Ameling bekräftigte die Prognose, dass die Stahlproduktion in Deutschland mit 45 Mill. Tonnen 2003 in etwa auf Vorjahreshöhe bleiben wird. Nach einem im ersten Quartal registrierten Produktionsanstieg um vier Prozent sei auch eine leichte Steigerung im Gesamtjahr möglich.

Ob die Stahlbranche wie in früheren Konjunkturzyklen auch diesmal wieder ein Frühindikator sein wird, ist Ameling zufolge noch schwer zu beurteilen. Vieles hänge vom Ausgang des Irak-Krieges ab. Mit einem schnellen Kriegsende dürfte sich die Stimmung in der Industrie wieder aufhellen. Die schlechte Stimmung sei ein nicht zu unterschätzender Faktor in der derzeitigen Konjunkturlage. Ein schnelles Kriegsende könnte deshalb einen Investitionsschub auslösen. Von den Abnehmermärkten der Stahlindustrie dürfte davon vor allem der Rohrbau profitieren. Im Irak gebe es große Projekte zur Erschließung neuer Ölfelder und Pipelines, die derzeit ruhten. Bei den Kundengruppen Maschinenbau und Bau erwartet Ameling in 2003 in diesem Jahr aber Rückgänge.

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