Preiskampf belastet US-Telefonkonzern
Sprint erwartet geringeren Kundenzuwachs

Der US-Telekommunikationskonzern Sprint rechnet bei seiner Mobilfunktochter PCS in diesem Jahr mit einem geringeren Kundenwachstum als bislang prognostiziert.

Reuters OVERLAND PARK. Wegen des starken Preiskampfes der Branche werde die für 2002 anvisierte Zuwachsrate voraussichtlich um bis zu 15 Prozent verfehlt, teilte Sprint am Donnerstagabend in Overland Park nach US-Börsenschluss mit.

Noch vor weniger als einem Monat hatte es das Unternehmen abgelehnt, von einem Preiskampf der Mobilfunkbetreiber zu sprechen. Für das zweite Quartal schätzt Sprint die Zahl der Neukunden im Mobilfunkgeschäft auf 300.000. Für das Gesamtjahr war das Unternehmen bislang von rund drei Millionen Neukunden ausgegangen. Die Gewinnziele für das Gesamtjahr würden aber sowohl beim Ferngespräch-Anbieter FON als auch bei PCS mittels Investitionskürzungen eingehalten, hieß es weiter. Bei Fon werde aber der Umsatz etwas stärker sinken als bislang angenommen.

Die Telekommunikationskonzerne in den USA sehen sich seit einigen Monaten wachsendem Wettbewerbsdruck ausgesetzt. Firmenkunden warten mit Käufen auf die nächste Mobilfunkgeneration mit schnelleren drahtlosen Angeboten. Bislang hat Sprint auf Preissenkungen im Mobilfunkbereich weitgehend verzichtet.

Angesichts des Preisdrucks und der Nachfrageschwäche hatte die Ratingagentur Moody's Investor Services vor einer Woche ihre Einschätzung der Sprint-Verbindlichkeiten über 22 Milliarden Dollar auf eine Stelle über den "Junk"-Status gesenkt. Zuvor hatte die Agentur bereits die Bonitätsbeurteilung einer Reihe anderer hochverschuldeter Ferngesprächs-Anbieter reduziert.

Für das zweite Quartal erwartet der viertgrößte US-Mobilfunkbetreiber PCS einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebidta) von mindestens 800 Millionen Dollar. Je Aktie werde der Gewinn im Einklang mit den Analystenprognosen bei 0,33 Dollar liegen, hieß es. Im Gesamtjahr wird ein Ebidta von rund drei Milliarden Dollar prognostiziert. Für FON, dem drittgrößten Anbieter von Ferngesprächen in den USA, erwartet Sprint 2002 einen Umsatzrückgang im mittleren und nicht wie bislang angenommen im unteren einstelligen Prozentbereich.

Sprint-Aktien waren vor dem Ausblick des Konzerns an der Wall Street um 5,36 Prozent auf 14,29 Dollar gefallen. PCS-Aktien gaben um 6,7 Prozent auf 5,99 Dollar nach.

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