Preisoffensive der US-Airlines erreicht den deutschen Markt – Fast 500 Swissair-Flüge gestrichen <p>
Lufthansa kritisiert Billigangebote

HANDELSBLATT, 8.10.2001 HB/ebe DÜSSELDORF. Zwischen der Deutschen Lufthansa und der mit ihr verbündeten United Airlines bahnen sich Differenzen an. Hintergrund sind die massiven Preissenkungen vieler US-Airlines, die nach den Terroranschlägen wieder Kunden in ihre Maschinen locken wollen.

HANDELSBLATT, 8.10.2001

HB/ebe DÜSSELDORF. Zwischen der Deutschen Lufthansa und der mit ihr verbündeten United Airlines bahnen sich Differenzen an. Hintergrund sind die massiven Preissenkungen vieler US-Airlines, die nach den Terroranschlägen wieder Kunden in ihre Maschinen locken wollen. Lufthansa sieht sich im Wettbewerb benachteiligt, weil amerikanische Airlines aus einem Soforthilfepaket der US-Regierung im Umfang von 15 Mrd. $ schöpfen.

"Es kann nicht sein, dass Regierungsbeihilfen dazu benutzt werden, Ticketpreise zu reduzieren und damit den fairen Wettbewerb auszuschalten", sagte Lufthansa-Vorstandschef Jürgen Weber am Wochenende. In der Kritik steht vor allem die zweitgrößte US-Airline United, die gemeinsam mit Lufthansa das weltweite Kooperationsnetzwerk "Star Alliance" anführt. Inzwischen hat die Preisoffensive von United auch den deutschen Markt erreicht. Im Internet werden USA-Flüge ab Frankfurt für 699 DM angeboten und doppelte Prämien für Vielflieger verteilt. Lufthansa ist in Sorge, dass die US-Airlines mit ihren Lockvogelangeboten deutsche Kundschaft abziehen könnten.

In der EU soll es staatliche Subventionen für Airlines nicht geben. "Wir werden es ablehnen, dass die Mitgliedstaaten direkte finanzielle Hilfen beisteuern", sagte EU-Verkehrskommissarin Loyola de Palacio der Zeitung Sunday Independent. Sie habe den Airlines bereits deutlich gemacht, "dass wir ein Niveau für alle garantieren müssen".

Die dicht vor dem Konkurs stehende Swissair fürchtet derweil, dass sie trotz eines Überbrückungskredits der Schweizer Regierung in Höhe von 450 Mill. sfr (303 Mill. Euro) nicht bis Ende Oktober weiterfliegen kann. Wegen begrenzter finanzieller Mittel sowie fehlenden Gläubigerschutzes im Ausland führte Swissair am Wochenende nur 322 der 800 Flüge in eigener Regie durch. Aus Furcht vor Beschlagnahme oder Boykott von Maschinen wurden die Zielorte Brüssel und Paris aus dem Flugprogramm gestrichen.  

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