Preispoker
Mobilcom nennt Bericht über Investorensuche Spekulation

Das Telekom-Unternehmen Mobilcom hat einen Zeitungsbericht zurückgewiesen, wonach seinem Großaktionär France Telecom der Zukauf weiterer Mobilcom-Anteile erschwert werden soll.

Reuters BÜDELSDORF. Ein Mobilcom-Sprecher bezeichnete den Bericht der "Financial Times Deutschland" als "Spekulation", wonach Mobilcom-Chef Gerhard Schmid weitere Investoren suche, um eine Mehrheitsposition an Mobilcom zu erlangen. Der Sprecher widersprach zudem der in dem Bericht geäußerten Einschätzung, dass für Mobilcom eine Mehrheitsübernahme durch France Telecom eine Bedrohung sei. An der Börse legten die Aktien von Mobilcom mehr als sechs Prozent auf 26,60 Euro zu.

Mobilcom-Sprecher Matthias Quaritsch bestätigte zudem auf Anfrage den Einstieg des US-Investors Guy Wyser-Pratte bei Mobilcom. Wyser-Pratte habe einen "kleinen Anteil" an Mobilcom erworben, weil er auf künftige Kursgewinne angesichts einer derzeitigen Unterbewertung des Unternehmens an der Börse setze. Der Investor teile damit die Einschätzung des Unternehmens. Der Einstieg von Wyser-Pratte sei "ein sehr positives Signal".

Die "Financial Times Deutschland" hatte den US-Investor Wyser-Pratte mit den Worten zitiert, er wolle verhindern, dass die Kleinaktionäre von Mobilcom ein Übernahmeangebot von France Telecom auf dem "derzeitigen niedrigen Kursniveau" akzeptieren müssten. Einzelheiten der Abwehrstrategie wurden nicht genannt. Unbestätigten Medienberichten zufolge hat zudem zuletzt ein weiterer Investor mehr als fünf Prozent des Mobilcom-Kaiptals erworben.

France Telecom an vollständiger Übernahme interessiert

Die Zeitung berichtete weiter ohne Angaben von Quellen, dass die mit 28,5 Prozent an Mobilcom beteiligte France Telecom angesichts des niedrigen und seit dem Frühjahr um 20 Euro pendelnden Börsenkurses weitere Mobilcom-Aktien an den Finanzmärkten kaufe. France Telecom hatte sich im vergangenen Jahr mit dem Einstieg bei Mobilcom Zugang zum deutschen Telekom-Markt verschafft. France Telecom sei an der vollständigen Übernahme des Unternehmens interessiert, hieß es in dem Bericht unter Berufung auf die oberste Führungsebene von Mobilcom. Mobilcom-Chef Schmid suche weitere Großinvestoren für sein Unternehmen, um eine Mehrheitsübernahme abzuwehren. Der Mobilcom-Sprecher wollte sich dazu nicht äußern. Er verwies darauf, dass Manager von France Telecom leitende Positionen bei Mobilcom einnähmen. "Wir haben ein partnerschaftliches Verhältnis mit France Telecom", sagte Quaritsch.

Nach Angaben des Mobilcom-Sprechers hat Gerhard Schmid in den vergangenen Monaten seinen Kapitalanteil an Mobilcom "leicht" erhöht. Schmid halte jedoch trotz der Aktienzukäufe unverändert rund 42 Prozent des Mobilcom-Kapitals und ist damit größter Einzelaktionär. Zuletzt befanden sich mehr als 30 Prozent des Aktienkapitals im Streubesitz.

In der Vergangenheit hatte es wiederholt Medienberichte über angebliche Spannungen zwischen Mobilcom und France Telecom gegeben. Auch war mehrfach über eine angeblich von Mobilcom-Chef Schmid geplante Mehrheitsübernahme des Unternehmens berichtet worden. Neben dem Zukauf von Mobilcom-Aktien könnte France Telecom von Ende kommenden Jahres an auch eine Kaufoption nutzen, um die Mehrheit bei Mobilcom zu erlangen. Mit Mobilcom war beim Abschluss der auf den künftigen Mobilfunkmarkt zielenden Partnerschaft vereinbart worden, dass France Telecom von November 2003 bis November 2006 eine Kaufoption auf nahezu das komplette Aktienpaket von Schmid hat. Im Gegenzug kann Schmid den französischen Staatskonzern im Regelfall jedoch nach Mobilcom-Angaben nicht zum Erwerb von Anteilen zwingen. Nach Einschätzung der Zeitung deuten jedoch die derzeitigen Zukäufe von Mobilcom-Aktien durch France Telecom darauf hin, dass die Kaufoption teurer ist als der derzeitige Börsenkurs der Mobilcom-Papiere.

Die Aktie der Mobilcom notierte am Dienstag in einem behaupteten Börsenunfeld mit 26,65 Euro 6,6 Prozent über ihrem Vortagesschluss.

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