Preisrichterabsprachen bestätigt
Eis-Skandal weitet sich aus

Der französische Eiskunstlauf-Verband hat erstmals eingeräumt, dass seine Preisrichterin bei der umstrittenen Paarlauf-Entscheidung unter Druck gesetzt worden ist.

HB/dpa SALT LAKE CITY. "Einige Leute aus ihrer Umgebung haben diesen ehrlichen und aufrechten Menschen beeinflusst", sagte der französische Verbandspräsident Didier Gailhaguet der Zeitung "USA Today" (Donnerstagausgabe). "Sie ist eine schwache Person, ich denke, sie wurde manipuliert."

Damit bestätigte er Spekulationen über Preisrichterabsprachen zu Gunsten der russischen Olympiasieger Elena Bereschnaja und Anton Sicharulidse, die vor den Kanadiern Jamie Sale und David Pelletier gesiegt hatten. Die Internationale Eislauf-Union (ISU) wollte die neue Entwicklung am Donnerstag nicht kommentieren und verwies auf eine Vorstandssitzung am kommenden Montag in SALT Lake City.

Der kanadische Eislauf-Verband fordert wegen der angeblichen Benachteiligung seines Paares auch eine unabhängige Untersuchung. "Wir wollen die russische Goldmedaille nicht beschmutzen, aber wir fordern eine zweite für unser Paar", sagte Michael Chambers, Präsident des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) von Kanada.

Die Moskauer Presse sah den Ausgang des Paarlaufens ganz anders: Sie wies alle Zweifel am gerechten Sieg des russischen Duos zurück. Einen "Rückfall in die Zeit des Kalten Krieges" nannte die Boulevardzeitung "Moskowski Komsomolez" die Proteste in den USA und Kanada. Seit Monaten wird in Eiskunstlauf-Kreisen über den Ausgang der schönsten und publikumsträchtigsten Disziplin Eistanz diskutiert. Nach dem umstrittenen Olympia-Auftakt sind den Spekulationen nun Tür und Tor geöffnet. Um Absprachen zu vermeiden, die in der Vergangenheit schon häufiger zum Ausschluss von Juroren führten, werden die "Geschworenen" normalerweise 45 Minuten vor Wettkampfbeginn ausgelost. Für Olympia wurde das Schiedsgericht aber bereits vor drei Monaten bestimmt.

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