Preisspanne zwischen 39 und 46 Euro erwartet
Fraport-Aktien können ab Montag gezeichnet werden

Mit dem Beginn der Zeichnungsfrist für die Aktien der Fraport AG, der Betreiberin des Frankfurter Flughafens, wird am Montag einer der größten Börsengänge in Europa in diesem Jahr eingeläutet. Durch die Ausgabe von 22,7 Mill. Aktien aus einer Kapitalerhöhung sowie einer Mehrzuteilungsoption von weiteren 3,4 Mill. neuen Aktien will der Konzern Mittel für seine weitere Expansion und den Ausbau des zweitgrößten europäischen Flughafens in Frankfurt einnehmen.

Reuters FRANKFURT. Bisher ist Fraport vollständig im Besitz des Landes Hessen, des Bundes und der Stadt Frankfurt. Ihr gemeinsamer Anteil sinkt durch den Börsengang auf unter 75 %. Finanzexperten messen dem Fraport-Börsengang angesichts seines Umfangs und der Unsicherheit an den Märkten derweil durchaus grundsätzliche Bedeutung zu.

In Medienberichten hieß es zuletzt, die Preisspanne für die Aktien dürfte zwischen 39 und 46 Euro liegen, wodurch das Volumen des Börsengangs an das der Deutschen Börse von rund 1,1 Mrd. Euro heranreichen würde. Die Börse hatte ihre Aktien im Februar auf den Markt gebracht. Interessenten können die Fraport-Aktien bis 8. Juni zeichnen, für Privatanleger endet die Zeichnungsfrist bereits einen Tag früher. Private Frühzeichner, die bis 1. Juni zeichnen, sollen einen Rabatt bekommen, der nach Medienberichten zwischen zwei und vier Prozent betragen soll. Außerdem will Fraport Anlieger aus dem erweiterten Rhein-Main-Gebiet bei der Zuteilung bevorzugen, falls die Emission überzeichnet wird.

Analysten wiesen auf die vergleichsweise soliden Aussichten von Flughafen-Aktien hin, da sie nicht so volatil wie Technologieaktien seien und auch als nicht so zyklisch wie Aktien von Fluggesellschaften gälten. Jürgen Pieper, Verkehrsanalyst beim Bankhaus Metzler, sagte, wegen des derzeitigen Börsenumfeldes sollte Fraport jedenfalls mit einem kleinen Abschlag im Vergleich zum führenden europäischen Konkurrenten BAA, der Betreiberin des größten europäischen Flughafens London-Heathrow, bewertet werden. Vor- und Nachteile der Fraport im Vergleich zu anderen Flughäfen glichen sich mehr oder weniger aus.

Vielleicht der richtige Wert zur richtigen Zeit

Sollte der Börsengang von Fraport erfolgreich verlaufen, könne dies angesichts der momentanen Verunsicherung durchaus ein gutes Signal für die Börse sein, sagte Pieper weiter. Eine solche Flughafen-Aktie sei keine Technologieaktie, dafür aber relativ sicher mit einem durchaus vorhandenen Wachstumspotenzial für das Geschäft in den nächsten fünf bis zehn Jahren. "So was hat im Moment einen gewissen Appeal. Das ist vielleicht der richtige Wert zur richtigen Zeit", sagte Piper mit Blick auf das Börsenumfeld, das derzeit zwischen "tot und unsicher" schwanke.

Die zum Emissionskonsortium gehörende Helaba Trust wies auf die langfristigen Perspektiven von Fraport als einer der weltweit führenden Flughafenbetreiber hin. Insgesamt eigne sich die Aktie insbesondere für risikobewusste Investoren, die an den langfristigen Perspektiven teilhaben wollten. An der Helaba ist auch das Land Hessen beteiligt. Das Land ist bislang zugleich größter Einzelaktionär der Fraport. Nach dem Börsengang wird das Land bei voller Ausübung der Mehrzuteilungsoption noch über 32,1 %, der Bund über 18,4 % und die Stadt Frankfurt über 20,5 % der Anteile verfügen.

Fraport erwartet Überzeichnung

In ihrer Studie über die Fraport kommt die Helaba zu dem Schluss, dass der Konzern seinen Umsatz von gut 1,5 Mrd. Euro im vergangenen Jahr bis zum Jahr 2003 auf knapp 1,8 Mrd. Euro steigern werde. Das operative Ergebnis (Ebitda) könnte im gleichen Zeitraum von zuletzt 518 Mill. Euro auf dann 589 Mill. Euro wachsen, der Überschuss könnte von 130 Mill. Euro im vergangenen Jahr auf 193 Mill. Euro im Jahr 2003 zunehmen.

Das Unternehmen selbst ging zuletzt durchaus davon aus, dass die Emission überzeichnet werden könnte. Auf der Bilanzpressekonferenz im April hatte Vorstandschef Wilhelm Bender darauf hingewiesen, die gewollte Bevorzugung von Anwohnern werde nur greifen, wenn die Aktien überzeichnet würden. Daher sei schon dieses Anwohner-Programm "Ausdruck der Erwartung, dass die Emission überzeichnet werde.

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