Preisverfall gestoppt
Reisebranche erwartet deutliche Zuwächse

In der deutschen Reisebranche macht sich nach mehr als zweijähriger Krise erstmals wieder Aufbruchstimmung breit. Die führenden Touristikkonzerne TUI, Thomas Cook und Rewe Touristik erwarten für das kommende Jahr erneut deutliche Zuwächse.

HB PALMA DE MALLORCA. Auf der Jahrestagung der deutschen Reisebranche in Palma de Mallorca berichteten die Vorstandschefs am Freitag ausnahmslos von weiter steigenden Buchungseingängen für die laufende Wintersaison und teilweise auch schon für den Sommer 2005, der seit wenigen Tagen buchbar ist. Insbesondere hat die Branche den Preisverfall im größten europäischen Reisemarkt Deutschland weitgehend gestoppt und ihre eigenen Kosten gesenkt. "Die Erträge steigen wieder", sagte TUI-Chef Michael Frenzel. "Der positive Trend aus dem zurückliegenden Sommer hält nicht nur an, sondern setzt sich mit höheren Zuwächsen fort", sagte Frenzel. "Vor allem nimmt die Wertigkeit der Reisen weiter zu." Die gebuchten Umsätze würde stärker steigen als die Zahl der Gäste.

Die positive Entwicklung gelte bei Tui, dem größten Reiseanbieter in Europa, konzernweit. Der Tui-Konzern bleibe für das laufende Geschäftsjahr bei der Prognose, das operative Touristikergebnis deutlich um mindestens 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu steigern. Norbert Fiebig, Geschäftsführer bei Rewe Touristik, verwies auf die erheblichen Kostensenkungen in den Unternehmen, die neben dem Umsatzplus die Erträge verbessert hätten. "Es läuft sehr gut. Im Winter liegen wir aktuell über unserem geplanten Buchungsplus von vier Prozent", sagte Fiebig.

Aufwärtstrend bei den Erträgen auf niedrigem Niveau

Der Aufwärtstrend der zuletzt notorisch ertragsschwachen

Touristik geschieht allerdings auf niedrigem Niveau. Mehr als 15 Prozent hatte der deutsche Markt in zwei Jahren eingebüßt. Die Erträge pro Reise sanken auf ein Minimum. Teilweise wurde mit Verlust verkauft. Nach Angaben des Deutschen Reisebüro- und Reiseveranstalterverbandes (DRV) wurden in Deutschland im Touristikjahr 2003/2004 für 19 Milliarden Euro Reisen verkauft, knapp sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Die Erträge hätte noch etwas stärker zugelegt.

"Doch von einer einst mal angestrebten Umsatzrendite von fünf Prozent sind wir auch jetzt noch immer ein gutes Stück entfernt", sagte Thomas Cook-Chef Wolfgang Beeser. "Das kann auch noch zwei Jahre dauern, bis wir das erreichen", sagte Beeser.

Der Cook-Konzern, Nummer zwei in Europa und vor einem Jahr am Rande des Ruins, hat trotz erheblicher Fortschritte bei der Sanierung im gerade abgelaufenen Geschäftsjahr 2003/2004 den Nettoverlust dennoch nicht so stark reduzieren können wie geplant. "Das Ziel, den Konzernverlust des Vorjahres von 253 Millionen Euro zu halbieren, werden wir nicht ganz erreichen", sagte Beeser. Grund seien die hohen Abschreibungen, die die gemeinsame Tochter von Lufthansa und KarstadtQuelle (je 50 Prozent) seit der Expansionsstrategie unter Beeser-Vorgänger Stefan Pichler belasten.

"Aber viel wichtiger für uns ist das operative Betriebsergebnis. Und da haben wir uns deutlich verbessert und reichen nahe an ein ausgeglichenes Ergebnis heran", sagte Beeser. Für das laufende Geschäftsjahr 2004/2005 bleibe es bei dem Ziel, auch unter dem Strich schwarze Zahlen zu schreiben. Der Reisekonzern will sich im Zuge einer Konzentration auf Kernaufgaben von seiner indischen Tochter Thomas Cook India und einer Handvoll Hotels trennen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%