Preisverfall soll gestoppt werden
Opec Länder werden weniger Öl fördern

Mit einer Million Barrel weniger Ölförderung pro Tag wollen die Mitglieder der Organisation Erdöl exportierender Länder den Ölpreis wieder steigen lassen.

afp WIEN. Die Mitglieder der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) wollen weniger Öl fördern und so die Preise für Rohöl auf den Weltmarkten wieder anheizen: Sie einigten sich am Freitag in Wien grundsätzlich darauf, die Förderung zu reduzieren. Katars Ölminister Abdullah bin Hamad el Attijaha sagte nach mehrstündigen Beratungen, voraussichtlich würden täglich eine Million Barrel weniger gefördert. Opec-Präsident Schakib Chelil betonte indes, der Umfang der Drosselung stehe noch nicht fest. Die Verhandlungen sollten Freitagabend fortgesetzt werden und könnten sich bis Samstag hinziehen. Im Vorfeld war eine Reduzierung der Fördermenge um 500 000 bis zu 1,5 Mill. Barrel pro Tag im Gespräch gewesen. Die EU-Kommission in Brüssel zeigte sich "beunruhigt" über die weitgehend erwartete Drosselung.

Über die genauen künftigen Fördermengen wollten die Minister zunächst noch weiter beraten, teilte Chelil mit. Der algerische Energieminister ließ durchblicken, dass die Verhandlungen wohl bis Samstag dauern würden. Auf jeden Fall solle das Ergebnis erst am Samstag verkündet werden. Mit der Drosselung wollen die elf Mitgliedsstaaten des Kartells verhindern, dass der Ölpreis an den Weltmärkten mit dem Ende der Heizperiode in der nördlichen Hemisphäre nachgibt; er soll vielmehr wieder steigen.

Der Ölpreis sank seit vergangenem Herbst beständig

Die Ölpreise hatten im vergangenen Herbst ein Hoch von mehr als 34 $ (gut 74 DM) pro Barrel (gut 159 Liter) der Nordsee-Referenzsorte Brent erreicht. Ab Ende November ging es dann mehr oder wenig stetig bergab. Allerdings legte der Preis am Freitag in Vorwegnahme der Opec-Entscheidung wieder zu. Er stieg in London um mehr als 30 Cent (66 Pfennig) auf 25,37 $ (56 DM). lag damit aber noch immer weit unter den Herbstwerten.

Wegen ihres Bemühens, die Preise wieder nach oben zu drücken, müssen sich die Opec-Staaten gegen Vorwürfe verteidigen, sie setzten für die Erhöhung eigener Einkünfte die sowieso schon schwächelnde Weltkonjunktur aufs Spiel. Ein Sprecher der EU-Kommission sagte in Brüssel mit Blick auf die Weltwirtschaft zu der sich abzeichnenden Drosselung: "Das ist nicht der richtige Moment, um so etwas zu machen." Der saudi-arabische Ölminister Ali el Nuajimi sagte dagegen in Wien, hohe Ölpreise seien "absolut nicht" für die abschlaffende Weltkonjunktur verantwortlich.

Bereits im Februar hatten die Mitgliedsstaaten ihre Fördermenge um täglich 1,5 Mill. Barrel reduziert, um die Ölpreise zu stabilisieren. Unabhängigen Daten zufolge hielten sie diese Drosselung indes nicht ganz durch: Nach Angaben der Internationalen Energieagentur IEA förderten die Opec-Länder während des vergangenen Monats täglich 27,81 Mill. Barrel und damit nur eine Million weniger als zuvor.

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