Preiswerte Ausbildung und hohes Niveau locken Studenten aus aller Welt
Deutsche Unis im Ausland beliebt

Zur Zeit sind an deutschen Hochschulen 190 000 Studenten aus aller Welt eingeschrieben, nur in den USA und Großbritannien studieren mehr ausländische Studenten.

dpa DÜSSELDORF. Sie kommen aus Argentinien, Ghana oder Kirgisistan: Weltweit wird Deutschland als Studienort bei Ausländern immer beliebter. "Zur Zeit gibt es 190 000 ausländische Studierende an deutschen Hochschulen", sagt Christian Bode, Generalsekretär des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) in Düsseldorf. Noch nie seien es so viele gewesen und ihre Zahl steige weiter. Vor sieben Jahren waren es erst 140 000. Doch Deutschland brauche noch mehr "kluge Köpfe" aus aller Welt, sagt Bode. Die sich daraus ergebenden wirtschaftlichen Kontakte ins Ausland seien für Deutschland wichtig.

"Inzwischen sind nur die USA und Großbritannien als Studienorte beliebter als Deutschland", berichtet Bode. Dies liege zum Teil am Vorteil der Weltsprache Englisch und den großen Schwierigkeiten vieler Ausländer, die deutsche Sprache zu lernen. Die deutschen Hochschulen haben für viele aber einen entscheidenden Pluspunkt: "Hier gibt es keine Studiengebühren", sagt der russische Informatikstudent Sergei Kolevatov aus Duisburg. Auch schätze er die "Qualität der Lehre" in der Bundesrepublik. Die 21 Jahre alte Bochumer Wirtschaftsstudentin Tolgonay Kudaibergenova aus Kirgisistan nickt zustimmend: "Das Niveau ist an deutschen Universitäten viel höher als in meiner Heimat". Die meisten der ausländischen Studenten kommen aus Osteuropa. Auf Platz zwei folgen Studierende aus Asien.

Die Werbung um die "besten Köpfe" lässt sich der DAAD in diesem Jahr fünf Millionen Euro kosten. Um die Zahl der ausländischen Studenten weiter zu steigern, müssten sich allerdings die Studienbedingungen deutlich verbessern: Viele Ausländer seien nach ihrer Ankunft von der Studiensituation enttäuscht. Die Beschwerdeliste ist lang: fehlende Plätze in Studentenwohnheimen, überfüllte Hörsäle, schlechte Betreuung - so lauten die häufigsten Klagen. Sie sei erschrocken gewesen, wie oft sie in Deutschland mit ausländerfeindlichen Kommentaren konfrontiert worden sei, ergänzt Studentin Kudaibergenova. Diese Erfahrung hat der chinesische Maschinenbaustudent Wang Fei in Aachen nicht gemacht. Doch sei er vor der Ausländerfeindlichkeit speziell in Ostdeutschland gewarnt worden: "Dorthin würde ich nicht fahren." Meldungen über ausländerfeindliche Übergriffe schreckten viele von einem Studium in Deutschland ab, weiß Bode. "Dieses Problem darf nicht bagatellisiert werden."

Umgekehrt müsse auch ein Studium im Ausland für deutsche Studierende attraktiver werden, fordert Bode. "Nur 14 Prozent der deutschen Hochschulabsolventen haben mindestens ein Semester lang im Ausland studiert." Zwar habe der Prozentsatz 1997 noch bei elf Prozent gelegen, doch sei die Zahl nach wie vor viel zu niedrig. Die Finanzierung, Sprachprobleme, Schwierigkeiten bei der Anerkennung von Studienleistungen und soziale Bindungen seien die meist genannten Gründe deutscher Studenten, nicht ins Ausland zu gehen.

Internet: Deutscher Akademischer Austauschdienst: http://www.daad.de

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