Preiswertere Versicherungen durch neue Vertriebsausrichtung
Axa gründet 2001 Online-Bank

Die Axa-Colonia-Gruppe wird mal wieder umgekrempelt: Die Vertreter bekommen niedrigere Provisionen, das Internet setzt neue Maßstäbe, eine neue Bank rundet Angebot und Vertriebsmix ab.

KÖLN. Die Axa-Colonia, viertgrößte Versicherungsgruppe in Deutschland, will innerhalb der nächsten zwölf Monate eine Online-Bank gründen. Diese "Vorsorge-Bank" soll nach den Worten von Altersvorsorge- und Finanzvorstand Wolfram Nolte klassische Bankdienstleistungen, wie Immobilien- und Konsumfinanzierung, Einlagen- und Depotgeschäfte anbieten. Bausparangebote gehören heute schon dazu.



Zusatz "Colonia" verschwindet vom Markt

Die vormals zum Bankhaus Sal. Oppenheim gehörende Versicherungsgruppe ist heute mehrheitlich in der Hand des in Paris ansässigen europäischen Marktführers Axa. Dieser verfolgt im Gegensatz zur Allianz in allen Ländern eine strikte Mono-Marken-Strategie. Der Namenszusatz Colonia fällt ab 2001 weg und wird durch einen noch zu erfindenden Zusatz ersetzt. Die Gruppen eigene Sicher Versicherung AG, -Direct Dreieich, hieß vor zwei Jahren noch Axa-Direkt. "Das wird wieder rückgängig gemacht", räumte Axa-Colonia-Chef Michael Dill am Mittwoch vor Journalisten ein. Doch grundsätzlich ist noch nicht geklärt, so war am Rande zu erfahren, ob der Direktversicherer überhaupt in der jetztigen AG weiter geführt oder vielmehr in die Axa-Colonia integriert werden wird.

Nach der neuen strategischen Vertriebsausrichtung, die bis 2005 umgesetzt wird, werden ohnehin alle Vertriebskanäle miteinander vernetzt und von einem Back-Office gesteuert. Produktpalette und Preise werden für alle gleich sein. Was sich recht selbstverständlich anhört, ist eine kleine Revolution in der Branche. Der Knackpunkt ist der Außendienst. Er wird sich, wegen der einheitlichen Preisgestaltung auf dem Niveau der fünf günstigsten Anbieter, mit niedrigeren Provisionssätzen begnügen müssen. Nicht nur die Berechnungsbasis, die Beiträge, sondern auch die Sätze müssten runter, so Dill. Für die Kunden wird?s also billiger.



200 Millionen werden ins Internet investiert

Dill: "Der Trend für einfache Produkte geht in Richtung Internet." Die Gründung eines eigenen Internet-Versicherers hat er aus Kostengründen verworfen. Die Vernetzung komme billiger. Insgesamt sind 250 Mill. Euro an Investitionen geplant und ein Wachstum von 6 % p.a. einkalkuliert. Ab 2005 soll sich die Umstrukturierung bereits für die Aktionäre lohnen: Die Kapitalrendite von derzeit gut 8 soll auf 15 % steigen. Allein 200 von den 250 Mill. Euro sind für das Internet geplant, das zur einheitlichen Kommunikationsplattform für alle Vertriebe gleichermaßen werden soll. Der Kunde solle frei wählen und hin und her wechseln können. Der örtliche Vertreter bekommt, falls ein Internet-Kunde die persönliche Beratung nicht ausdrücklich ausschließt, dessen Adresse. Verkauft er diesem Kunden Folgegeschäft, bekommt er die Betreuungsprovision für die komplette Kundenbeziehung. Der Außendienst soll zu Vorsorgeberatern umgeschult werden.

Um die Kundenberatung zu vereinheitlichen erhält er eine Computer gestützte Beratungssoftware. Ein Extranet für Versicherungsmakler rundet die neue Strategie ab. Noch in diesem Jahr plant Axa-Paris zudem ein einheitliches europäisches Finanzportal. Das Firmengeschäft mit internationalen Großkunden wird nächstes Jahr auf die neue "Axa Corporate Solutions" einer internationalen Organisationseinheit übertragen. Für die kleineren Firmenkunden werden spezielle Branchenlösungen entwickelt.

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