Prekäre Lage
Neue Markt bleibt über 1000 Punkte

Der Neue Markt der Frankfurter Wertpapierbörse hat sich am Freitag nach den Kursverlusten des Vortages oberhalb der 1000-Punkte-Marke stabilisiert.

dpa-AFX FRANKFURT. Nach unerwartet guten US-Konjunkturdaten war es zuvor an der US-Technologiebörse Nasdaq zu einer Erholung gekommen. "Der Markt richtet sich voll nach den US-Vorgaben", sagte ein Händler. Der Nemax legte um 0,62 Prozent auf 1.028,20 Stellen zu. Der Nemax All Share verbesserte sich um 0,88 Prozent auf 1.078,54 Punkte.

"Ich weiß nicht wo der Boden ist. Ich hätte ihn nur gerne mal gesehen", sagte ein Händler. "Die Lage ist immer noch ziemlich prekär", sagte ein anderer Marktteilnehmer. "Die Wende kommt noch lange nicht. Dafür ist noch viel zu viel schlechte Ware am Markt", fügte er hinzu. Eine echte Aufwärtsentwicklung könne nur von der Unternehmensseite her kommen. "Schwierig, wenn von 360 Unternehmen 200 nicht viel taugen."

Im Blickpunkt des Anlegerinteresses standen die Halbjahreszahlen des Filmproduzenten und-verleihers Senator Medien. Dessen Papiere stiegen nach der Veröffentlichung der Halbjahresbilanz bis auf ein Tageshoch von 2,90 Euro und notierten schließlich bei einem Plus von 14,23 Prozent mit 2,89 Euro. "Die Zahlen waren nicht ausgezeichnet, aber im Rahmen der Erwartungen", sagte eine Händlerin. Die Aktie sei fest in der Hand von Tagesspekulanten, was die Gewinnmitnahmen im Handelsverlauf erkläre.

Die Kinowelt Medien AG konnte das für den heutigen Freitag angekündigte Halbjahresergebnis wegen angeblicher technischer Störungen bislang nicht vorlegen. "Wir haben in unserem Münchner Firmensitz sogar mit der Wasser- und Stromversorgung Probleme", sagte ein Sprecher und vertröstete auf die Zeit nach Börsenschluss. "Das ist eine Riesensauerei, die da im Gange ist", sagte ein Händler in Frankfurt. Kinowelt sei nach dieser "Provinzposse" noch unglaubwürdiger als vorher. Die Aktie stieg dennoch um 16,25 Prozent auf 0,93 Euro.

Heyde legten 5,13 Prozent auf 1,64 Euro zu. Im vierten Quartal wolle der Softwarehersteller wieder rentabel arbeiten, hieß es bei der Vorlage der Halbjahresbilanz. "Mit den 13,7 Mio. Euro an liquiden Mitteln, die noch übrig sind, müssen die ganz schnell die Wende schaffen", kommentierte ein Händler. "Da brennt langsam die Hütte."

Unter Druck standen die Direktbanken. Comdirect verloren 4,91 Prozent auf 6,39 Euro, nachdem die Direktbank für knapp die Hälfte der Mitarbeiter Kurzarbeit angemeldet hatte. Der US-Online-Broker Charles Schwab kündigte unterdessen an, angesichts der Börsenflaute weitere 2 400 Stellen abzubauen. Consors gaben 0,79 Prozent auf 12,50 Euro nach, Direkt Anlage Bank 2,21 Prozent auf 13,30 Euro.

Und auch in dieser Woche meldete ein Unternehmen des Neuen Marktes Insolvenz an: die Managament Data Media Systems AG . Unabhängig vom Insolvenzverfahren habe die NordLB ihren Vertrag als Designated Sponsor aufgekündigt, teilte das Unternehmen mit. Trotz intensiver Bemühungen sei kurzfristig kein zweiter Designated Sponsor gewonnen werden. Deshalb könnten die Regularien des Neuen Marktes nicht mehr erfüllt werden. Die Aktie stieg dennoch 12,90 Prozent auf 0,35 Euro.

Ein ähnliches Problem plagt auch die Teldafax AG. Die Aktien der Marburger Telefongesellschaft werden deshalb am heutigen Freitag zum letzten Mal im Neuen Markt der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt. Sie verloren 9,09 Prozent und waren damit für 0,10 Euro zu haben.

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