Premiere: Insolvenz steht bevor
Kofler plant Beteiligung an Premiere

Georg Kofler will sich am Bezahlsender Premiere, Unterföhring, beteiligen. "Ich werde auf jeden Fall eine unternehmerische Beteiligung im einstelligen Prozentbereich anstreben", sagte der Geschäftsführer des in seiner Existenz bedrohten Bezahlfernsehens dem Nachrichtensender N-TV.

hps MÜNCHEN/DÜSSELDORF. Der frühere Pro-Sieben-Chef und Vertraute von Leo Kirch will offenbar erst dann eine Beteiligung eingehen, wenn das Pay-TV auf einem neuen und tragfähigen Fundament steht. Premiere verbuchte letztes Jahr einen Verlust von 989 Mill. Euro. Derzeit laufen Gespräche mit der Bertelsmann AG über eine Beteiligung an dem Bezahlsender. Gegenüber N-TV erklärte Kofler, dass er auch mit der Deutschen Telekom AG Gespräche führe.

Kofler, der seit Februar die Geschäfte bei Premiere führt, spricht auch mit dem Medienunternehmer Herbert Kloiber (Tele-München-Gruppe). Das war aus Medienkreisen zu erfahren. Kloiber, der nach Leo Kirch über die größte Filmbibliothek in Deutschland verfügt, interessiert sich seit langem für das Pay-TV in Deutschland. Ursprünglich wollte Kloiber im Frühjahr drei Bezahl-Kanäle (Actiongate, Homegate, Toongate) in regionalen Kabelnetzen starten. Wegen geringer technische Reichweite legte er seine Pläne vorerst auf Eis.

Wie eine künftige Gesellschafterstruktur bei Premiere aussehen kann, ist jedoch noch offen. Die Karten werden offenbar erst nach einer Insolvenz der Muttergesellschaft Kirch Pay TV GmbH & Co. KGaA neu gemischt. "Der Antrag auf Insolvenz wird spätestens in zwei bis drei Wochen gestellt", hieß es gestern in Premiere-Kreisen. Die Gespräche zwischen den Banken und dem britischen Bezahlsender BSkyB kämen nicht voran. Rupert Murdochs Tochterunternehmen BSkyB ist mit rund 22 % an Premiere beteiligt. Die Kirch Media, die sich bereits im Insolvenzverfahren befindet, hält knapp 70 % an dem Bezahlsender.

Georg Kofler arbeitet trotz der bevorstehenden Insolvenz des Senders unverdrossen an einer Sanierung. "Ich würde sagen, in den nächsten 12 bis 16 Wochen muss Premiere neu aufgestellt sein", sagte er N-TV.

Quelle: Handelsblatt

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