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Premiere World mit stagnierenden Kundenzahlen

dpa HAMBURG. Die Fußball-Bundesliga im Pay-per-view-Fernsehen ist ein Verkaufsschlager. Der Sender Premiere World wird nach eigenen Angaben bis zum Wochenende mehr als eine Million Buchungen haben. Seit Beginn der Saison ist es erstmals möglich, alle 306 Partien oder einzelne Spiele gegen Extra-Zahlung zu sehen. Während dieses zusätzliche Angebot bei den bisherigen Premiere-Kunden gut ankommt, stagniert die Zahl aller Abonnenten bei 2,2 Mill.. Ursprünglich wollte der Pay-TV-Sender bis zum Ende des Jahres 2,9 Mill. Kunden haben. Das Unternehmen der Kirch-Gruppe fährt weiterhin Verluste in Milliardenhöhe ein.

Der bisher mit Informationen und Zahlen eher knausrige TV-Sender geht in die Offensive und gab zudem bekannt, dass sich 140 000 Kunden das so genannte Spieltag-Ticket für 349 DM geleistet haben. Werden alle Kosten hinzugerechnet, kostet dieser Fußball-Spaß pro Saison mehr als 1000 DM. Rund 800 000 Mal haben Premiere-Abonnenten sich entweder einen Spieltag für 25 DM oder ein einzelnes Spiel für 12 DM gegönnt. Verkaufsschlager der bisherigen zwölf Spieltage war die Partie zwischen Schalke 04 und Bayern München mit 65 000 Buchungen.

"Das hat unsere Erwartungen voll übertroffen", sagte Premiere - Sportchef Carsten Schmidt. Was er nicht verriet, waren die zusätzlichen Kosten, die durch die ausgeweitete Berichterstattung entstanden sind. Das dürfte vor allem die Vereine interessieren, weil sie am Gewinn des neuen Pay-per-view-Angebots beteiligt sind. Bei Hochrechnung der derzeitigen Zahlen dürfte das Fußball-Angebot im Pay-per-view in dieser Saison rund 100 Mill. DM einspielen.

Bisher bekannt ist, dass Premiere rund 40 Mill. DM in Werbung investiert und etwa 30 Mill. in die technische Infrastruktur gesteckt hat. Dazu kommen vor allem noch die Personalkosten. "Das Pay-per-view macht auf jeden Fall Gewinn", hat Schmidt errechnet. "Das sind aber nicht die Summen, die sich Uli Hoeneß wünscht."

Während die Bayern-Spiele ein Renner sind, gibt es auch Partien mit nur knapp über 1 000 Zuschauern. Welche das sind, will Premiere nicht preisgeben. "Auch die Vereine bekommen keine Buchungszahlen", versicherte der Sportchef. Den Minusrekord im Pay-per-view-Fernsehen hält bisher ein Beachvolleyball-Spiel, das nur zwei Kunden gebucht hatten.

Am Donnerstag beginnt der Sender mit dem Verkauf des Rückrunden- Tickets für 199 DM. Wer alle Partien sehen will, muss zudem 39,90 DM für die so genannte Sportsworld mit Kick bezahlen sowie die Decoder-Miete (14,90 DM) und die Freischaltgebühr von 29,90 DM.

Um neue Kunden zu gewinnen, wird das Weihnachtspaket für 444 DM angeboten. In diesem ist auch der Decoder enthalten, der im Fachgeschäft rund 400 DM kostet. Allerdings kann der Fußballfan damit pro Spieltag nur drei Spiele sehen. Für die anderen Spieltage im Pay-per-view muss extra gezahlt werden.

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