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Presse: Chinesische Wirtschaftsexpansion führt zu sozialer Unruhe

PEKING (dpa-AFX) - Das schnelle Reformtempo und Wachstum von Chinas Wirtschaft fordert einem Zeitungsbericht zufolge einen wachsende Tribut in Formvon sozialer Unruhe und Protesten. Im letzten Jahr sei es in China zu 58.500derartigen Vorfällen gekommen, an denen ingesamt drei Millionen Menschenbeteiligt waren, berichtet die staatliche Wochenzeitung "Outlook Weekly" inihrer aktuellen Ausgabe.

PEKING (dpa-AFX) - Das schnelle Reformtempo und Wachstum von Chinas Wirtschaft fordert einem Zeitungsbericht zufolge einen wachsende Tribut in Formvon sozialer Unruhe und Protesten. Im letzten Jahr sei es in China zu 58.500derartigen Vorfällen gekommen, an denen ingesamt drei Millionen Menschenbeteiligt waren, berichtet die staatliche Wochenzeitung "Outlook Weekly" inihrer aktuellen Ausgabe.

"Die Zahl von Massenprotesten, die aus Unmut im Volk resultieren, istbereits zu einem gravierenden Problem für die gesellschaftliche Stabilitätgeworden", zitiert die Zeitung Xi Jinping, den Parteisekretär derOstküsten-Provinz Zhejiang. Die Ursachen lägen in der boomendenPrivatwirtschaft, deren Expansion weitgehend ungeregelt und unkontrollierterfolge, sowie dem Umbau der staatseigenen Industriesektors.

Konflikte über Lohnfragen, Sozialleistungen, Grundsteuern undAusgleichzahlungen bei Hauszerstörungen und Umsiedlungen nähmen häufig inErmangelung sozialer Regelungsmechanismen eine kriminelle Form an, schreibt dieZeitung. So habe soziale Unzufriedenheit unter anderem einem alarmierendenAnsteigen der Jugendkriminalität geführt. Bis zu 80 Prozent der städtischenKriminalität gingen auf "freigesetzte Landarbeiter" zurück, die in den Städtenein neues Auskommen suchten. In einigen Orten gingen bis 70 Prozent allerMordfälle auf soziale Streitfälle zurück.

Auch Reformen in Staatsunternehmen und Politik, Fusionen, Insolvenzen, Korruption, Umweltverschmutzung, Vorfälle am Kapital- und Aktienmarkt führten zusozialen Auseinandersetzungen, schreibt die Zeitung. Die Zahl der gerichtlicheZivilklagen sei von einigen zehntausend in den Achtziger Jahren auf 4,8Millionen im Jahr 2003 gestiegen.

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