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Presse: HEW und Vattenfall übernehmen Mehrheit an Veag

Die "Financial Times Deutschland" berichtete am Dienstag unter Berufung auf "übereinstimmende Angaben aus Branchenkreisen", die Anteile kosteten die HEW zwischen 2,5 und drei Milliarden Mark.

afp HAMBURG/DÜSSELORF. Der Hamburger Versorger und sein künftiger Großeigner, Schwedens staatlicher Stromkonzern Vattenfall, würden damit zur Ton angebenden Kraft auf dem ostdeutschen Strommarkt.

Die zwei führenden deutschen Stromkonzerne RWE und Eon müssen nach ihren jeweiligen Fusionen in diesem Jahr aus wettbewerbsrechtlichen Gründen insgesamt 81,25 Prozent der Veag-Anteile und 92,5 Prozent an der Laubag abgeben. RWE muss sich überdies aus dem ostdeutschen Regionalversorger Envia zurückziehen, wenn der Käufer des Veag/Laubag-Pakets dies fordert.

Noch sei strittig, wem Envia künftig gehöre, berichtete die "Financial Times Deutschland". Dies solle am Dienstag entschieden werden. Die Frist der Kartellwächter für den Rückzug der Großkonzerne aus den ostdeutschen Beteiligungen läuft am Mittwoch ab. Sie solle eingehalten werden, zitierte die Zeitung aus Unternehmenskreisen.

Um den Zuschlag für das Veag/Laubag-Paket hatte es in den vergangenen Wochen ein Bieterrennen gebenen, das teilweise auch vor Gericht ausgetragen worden war. Interesse hatten auch die Berliner Bewag, der Versorger Energie Baden-Württemberg (EnBW), die italienische Enel sowie die US-Konzerne NRG Energy und American Electrical Power. Der nun offenbar geplante Verkauf an die HEW muss noch von der Treuhand-Nachfolgerin BvS abgesegnet werden.

Die Bundesregierung erwartet von den neuen Eigentümern die Erzeugung von jährlich 50 Terawattstunden Strom aus ostdeutscher Braunkohle, um die Arbeitsplätze in der dortigen Strombranche zu sichern. Die BvS plant nach einem Bericht der "Berliner Zeitung" eine "gründliche Prüfung", die bis nach Weihnachten dauern dürfte.

Das Düsseldorfer "Handelsblatt" berichtete, Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) wolle am Freitag in Jänschwalde vor Veag- und Laubag-Beschäftigten sprechen. Dies nähre Gerüchte, dass die Anteilspakete "eher an deutsche als ausländische Investoren gehen werden". Schröder folge einer Einladung der Gewerkschaften.

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