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Presse: Hinter EADS Thales steht Streit um EADS-Führung

Hinter dem auf höchster politischer Ebene ausgetragenen Streit um eine mögliche Fusion des Flugtechnikkonzerns EADS mit dem französisch-britischen Rüstungselektronik-Spezialisten Thales SA steht nach Informationen der Pariser Zeitung "Libération" ein "Erbfolgekrieg" an der EADS-Spitze....

dpa-afx PARIS. Hinter dem auf höchster politischer Ebene ausgetragenen Streit um eine mögliche Fusion des Flugtechnikkonzerns EADS mit dem französisch-britischen Rüstungselektronik-Spezialisten Thales SA steht nach Informationen der Pariser Zeitung "Libération" ein "Erbfolgekrieg" an der EADS-Spitze. Im kommenden Frühsommer laufen die Mandate der gleichberechtigten EADS-Chefs Rainer Hertrich (Deutschland) und Philippe Camus (Frankreich) aus. Der französische Airbus-Chef Noel Forgeard soll nach diesen Überlegungen Camus ablösen. Als Folge könnte mit Forgeards Stellvertreter Gustav Humbert erstmals ein Deutscher an die Airbus-Spitze rücken, schreibt die Zeitung in ihrer Freitagausgabe.

Forgeard gilt als Mann des französischen Präsidenten Jacques Chirac. Er hatte Chirac in dessen Amtszeit als Premierminister in Industriefragen beraten. Camus ist ein Finanzfachmann aus dem Hause des zweiten großen französischen EADS-Aktionärs, der Groupe Lagardère. Beide gelten als Widersacher. Chirac und sein Wirtschaftsminister Nicolas Sarkozy soll Firmenchef Arnaud Lagardère dem Bericht zufolge gedrängt haben, Camus zu Gunsten von Forgeard fallen zu lassen.

Lagardère habe schließlich nachgegeben und wolle Camus zum Leiter seines Mediengeschäftes in Nordamerika machen, schreibt "Libération". Er habe die Gerüchte um eine Fusion der EADS mit Thales genutzt, um die "bittere Pille" zu verkaufen. Der Industrieexperte Forgeard sei besser geeignet als der Finanzexperte Camus, ein solches Projekt zum Erfolg zu führen.

Sarkozy soll mit Chirac in dieser Personalfrage an einem Strang ziehen, weil man mit Camus auch dessen Stellvertreter Jean-Louis Gergorin loswerden könne. Gergorin werde verdächtigt, der Justiz Informationen über Geldwäsche über die Luxemburger Clearingstelle Clearstream gesteckt zu haben. Der unbekannte Informant habe zu Unrecht auch Sarkozy beschuldigt, in Geldwäsche verwickelt gewesen zu sein. Gergorin streitet die Behauptungen ab.

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