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Presse: Märklin-Betriebsrat schaltet Eigentümer ein - Scharfe Kritik

Einen Tag vor den Verhandlungen über den Abbau von 400 Arbeitsplätzen hat sich der Betriebsrat von Märklin nach Presseinformationen mit scharfen Vorwürfen an die Gesellschafter des Unternehmens gewandt.

dpa-afx GÖPPINGEN/STUTTGART. Einen Tag vor den Verhandlungen über den Abbau von 400 Arbeitsplätzen hat sich der Betriebsrat von Märklin nach Presseinformationen mit scharfen Vorwürfen an die Gesellschafter des Unternehmens gewandt. "Durch die Geschäftsleitung wurden mittlerweile zwölf Monate verschwendet, die internen wirtschaftlichen Bedingungen des Unternehmens zu verbessern", heißt es in einem von der "Stuttgarter Zeitung" zitierten offenen Brief. Diesen habe der Betriebsrat von Märklin an die Gesellschafter und den Beirat des Unternehmens geschickt hat, schreibt die Zeitung (Dienstagausgabe).

Die Unternehmensleitung habe es geschafft, "die Belegschaft des Unternehmens so zu verunsichern, dass alleine dieses vermutlich zu Produktivitätsrückgängen geführt hat", zitiert die Zeitung aus dem Brief.

Nach Einschätzung des gewerkschaftsnahen IMU-Instituts wurden zudem Möglichkeiten zur Kostensparung wie die Straffung von Arbeitsprozessen und die Einführung von Gruppenarbeit nicht wahrgenommen. Damit hätten die Kosten bei Märklin um 15 Prozent gesenkt werden können, meint Michael Buchner vom Nürnberger Institut in der "Stuttgarter Zeitung". Die Geschäftsleitung sei allerdings ausschließlich an Personaleinsparungen interessiert gewesen.

Beim weltweit größten Modellbahnhersteller sollen wegen zu hoher Arbeitskosten in Göppingen 400 der 1 100 Arbeitsplätze abgebaut werden. Einfache Montagearbeiten sollen nach Sonnenberg in Thüringen und Györ in Ungarn verlagert werden. Das Stammwerk war darauf hin drei Tage bestreikt worden.

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