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Presse: Siemens-Verkehrstechnik wieder vor Problem;Bahn will ICE später zahlen

Bei Siemens kommt der krisengeplagte Konzernbereich Verkehrstechnik laut der "Süddeutschen Zeitung" nicht zur Ruhe.

dpa-afx MÜNCHEN. Bei Siemens kommt der krisengeplagte Konzernbereich Verkehrstechnik laut der "Süddeutschen Zeitung" nicht zur Ruhe. Die Deutsche Bahn wolle nach früheren, schlechten Erfahrungen 28 ICE-Züge im Wert von 420 Mill. Euro, die ab Dezember eingesetzt würden, später bezahlen, meldete das Blatt (Donnerstagausgabe). Erst müssten die Züge einwandfrei funktionieren.

Der Vorstandschef der Deutschen Bahn (DB), Hartmut Mehdorn, wolle sich demnächst mit seinem Siemens-Kollegen Heinrich von Pierer treffen und die künftige Zusammenarbeit zwischen den beiden Konzernen grundsätzlich regeln. Das habe Mehdorn Teilen des Aufsichtsrates der Bahn bei einem Klausurtreffen mitgeteilt.

'Druckmittel'

Der Bahnchef habe angekündigt, das Staatsunternehmen werde neue Züge künftig erst dann vollständig bezahlen, wenn garantiert sei, dass die Fahrzeuge einwandfrei funktionierten. Nach Angaben aus Aufsichtsratskreisen habe Mehdorn gesagt, nach teilweise schlechten Erfahrungen mit Zügen, die Siemens früher geliefert habe, brauche man ein "Druckmittel".

Die DB hat bei einem von Siemens geleiteten Konsortium, dem noch die Fahrzeughersteller Alstom und Bombardier angehören, 28 Intercityexpress mit Neigetechnik (ICE T2) bestellt, wie es hieß. Die ersten sechs der neuen Hochgeschwindigkeitszüge sollen schon von dem Fahrplanwechsel an bei der Bahn am 12. Dezember eingesetzt werden. Die restlichen 22 ICE T2 werden vom kommenden Jahr an ausgeliefert.

AUF Siemens Entfällt Löwenanteil DES Auftrags

Der Auftrag beläuft sich nach den Angaben auf 420 Mill. Euro, wovon auf den Konzernbereich Verkehrstechnik bei Siemens (Siemens Transportation) 256 Mill. Euro entfallen. Der Anteil von Bombardier betrage 101 Mill. Euro, der von Alstom 63 Mill. Euro. Damit gerate der Siemens-Konzernbereich erneut unter Druck.

Zuletzt hatte eine kostspielige Konstruktionspanne bei Straßenbahnen vom Typ Combino für Schlagzeilen gesorgt und die Siemens-Bilanz des abgelaufenen Geschäftsjahres 2003/04 mit Rückstellungen von rund einer halben Milliarde Euro massiv belastet. Die Verkehrstechnik machte deshalb 434 Mill. Euro Verlust. Im Jahr zuvor hatte der Konzernbereich noch einen Gewinn von 284 Mill. Euro erzielt. Vorstandschef Pierer drängt nun auf rasche Sanierungserfolge bei finanzschwachen Unternehmensteilen.

Bahn und Siemens Halten Sich Bedeckt

Die Bahn habe sich nicht zum geplanten Gespräch von Mehdorn mit Pierer geäußert, schreibt die Zeitung. Ein Siemens-Sprecher habe auf Anfrage gesagt, die ersten sechs ICE T2 würden wie vereinbart an die Bahn ausgeliefert und ab Dezember eingesetzt. Zum bevorstehenden Treffen der Konzernchefs habe auch Siemens keine Stellung genommen.

Bereits wiederholt sorgten ICE-Züge von Siemens für Ärger bei der Bahn, wie es im Bericht hieß. Vor zwei Jahren habe das Unternehmen 19 Dieselzüge mit Neigetechnik vom Gleis nehmen müssen. Die Pannenhäufigkeit sei so groß gewesen, dass sie schließlich ausgemustert worden seien und nun verkauft werden sollten. Später habe auch eine Pannenserie beim ICE drei für Schlagzeilen gesorgt. Diese Fehler sind nach Auskunft der DB aber mittlerweile behoben, wie das Blatt meldet. Die Züge verkehrten inzwischen so gut wie störungsfrei zwischen Frankfurt am Main und Köln.

Kreise: Mehdorn Will Auch Über Reparaturkosten Sprechen

Aus Bahnkreisen verlaute, Mehdorn wolle mit Pierer auch über die hohen Kosten verhandeln, die der DB durch die zahlreichen Reparaturen und den immensen Aufwand bei Wartung und Instandhaltung von störungsanfälligen Zügen entstanden seien. Siemens zählt auch bei Lokomotiven und Regionalzügen zu den wichtigsten Lieferanten der Bahn.

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