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Presse:Telefónica-Chef Villalonga tritt angeblich heute zurück

dpa MADRID. Der in die Kritik geratene Präsident des spanischen Telekom-Konzerns Telefónica, Juan Villalonga, will nach Informationen der Wirtschaftszeitung "Cinco Dias" in Kürze zurücktreten. Auf Anraten seiner Vertrauten und der Kernaktionäre sei ein "ehrenhaftes Ausscheiden" des 47-Jährigen ausgehandelt worden, schrieb das Blatt am Freitag unter Berufung auf Unternehmenskreise. Telefónica wies den Bericht zurück: "Wir dementieren kategorisch", sagte ein Telefónica - Sprecher der dpa. Über Einzelheiten der Meldung wollte er sich nicht äußern.

Laut "Cinco Dias" wird der Rücktritt spätestens auf der letzten Sitzung des Verwaltungsrats (Vorstand und Aufsichtsrat) vor den Ferien am 26. Juli erwartet, könne aber auch schon am Freitag (14. Juli) angekündigt werden. Dazu erklärte der Sprecher, es sei vor diesem Datum keine Sitzung geplant. Nach Angaben der Zeitung hat sich Spaniens Wirtschaftsminister Rodrigo Rato persönlich in die Verhandlungen eingeschaltet. Der Bericht drückte den Kurs der Telefónica-Aktie an der Börse: In Madrid fiel er zu Handelsbeginn um 2,4 %.

Villalonga war zuletzt wegen des Vorwurfs angeblicher Insidergeschäfte mit Telefónica-Aktien in die Schlagzeilen geraten. Über das Geschäft hatte die Zeitung "El Mundo" berichtet. Die Börsenaufsicht leitete daraufhin vor drei Wochen eine Untersuchung ein, die noch nicht abgeschlossen ist. Der 47-Jährige wies die Vorwürfe zurück, Telefónica wertete sie als Verleumdungskampagne. Die Aktien des Unternehmens verloren aber zeitweise erheblich an Wert. Im Mai war Villalonga wegen der gescheiterten Fusion mit dem niederländischen Fernmeldekonzern KPN in Bedrängnis geraten. Großen Wirbel hatte im Sommer 1999 auch der von ihm angekündigte und bislang aufgeschobene Wechsel des damaligen deutschen EU-Kommissars Martin Bangemann zu Telefónica ausgelöst.

"Cinco Dias" zufolge haben die Kernaktionäre - die Großbank BBVA und die Sparkasse La Caixa - sowie seine engsten Mitarbeiter Villalonga vor einer Woche davon überzeugt, dass seine Situation "unhaltbar" sei. Der Top-Manager, der seit drei Jahren an der Spitze von Spaniens größtem Unternehmen steht, habe daraufhin "das Handtuch geworfen".

Bereits vor einigen Wochen sei dem 47-Jährigen angeboten worden, den Chefsessel bei Telefónica zu räumen und dafür seinen Posten als Präsident des Internetanbieters Terra Lycos zu behalten. Villalonga sei in Gedanken aber schon woanders. Als Signal für den bevorstehenden Rücktritt wertete die Zeitung, dass der Firmenboss diese Woche nicht wie erwartet mit König Jaun Carlos an der Eröffnung einer bedeutenden Kunstausstellung in Brasilien teilnahm, die größtenteils von Telefónica finanziert worden war.

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