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Presse: Wahl von WestLB-Vorstand Fischer zum RWE-Aufsichtsratschef gesichert

Die Wahl des Vorstandsvorsitzenden der WestLB, Thomas Fischer, zum neuen Aufsichtsratschef des Essener RWE-Konzerns ist offenbar gesichert.

dpa-afx BERLIN. Die Wahl des Vorstandsvorsitzenden der WestLB, Thomas Fischer, zum neuen Aufsichtsratschef des Essener RWE-Konzerns ist offenbar gesichert. Wie die "Berliner Zeitung" (Mittwochausgabe) aus Kreisen der Gewerkschaften IG Bergbau, Chemie, Energie (IGB CE) und Verdi erfuhr, wird dieser Vorschlag der Kapitalseite auch von den Arbeitnehmervertretern im Aufsichtsrat mitgetragen. Die Wahl eines neuen Vorsitzenden steht an diesem Mittwoch im Mittelpunkt der Sitzung des Aufsichtsrats von RWE. Die Anteilseigner des Strom-Multis hatten Fischer für die Nachfolge des verstorbenen Ex-Aufsichtsratschefs Friedel Neuber vorgeschlagen.

Nach Informationen der Berliner Zeitung wird der RWE-Vorstandsvorsitzende Harry Roels das Kontrollgremium anschließend über die zugespitzte Situation in der von der britischen Tochter Thames Water geführten Wassersparte des Konzerns informieren. Hier hatte die britische Regulierungsbehörde Ofwat am letzten Wochenende bekannt gegeben, dass sie den von Thames für die nächsten fünf Jahre angemeldeten Investitionsbedarf in Höhe von 4,1 Mrd. Pfund um ein Viertel kürzt und lediglich Investitionen von 3,1 Mrd. Pfund genehmigt.

Kritische Situation BEI Thames Water

Thames kann demzufolge die Wassertarife nicht, wie im Businessplan bislang vorgesehen, um 38 Prozent, sondern lediglich um 22 Prozent erhöhen. Damit aber kann Thames in den nächsten fünf Jahren keinesfalls die von RWE für die Kerngeschäftsfelder konzernweit vorgegebenen Renditeziele erreichen. Offen ist, wie der Essener Konzern auf diese Entwicklung reagiert. Theoretisch kann der Konzern gegen den Ofwat-Bescheid zwar noch Rechtsmittel einlegen, doch werden einer solchen Klage in Fachkreisen kaum Erfolgschancen eingeräumt.

Auf dem Kapitalmarkt verdichten sich vor diesem Hintergrund Spekulationen, denen zufolge sich RWE von den Thames-Aktivitäten wieder trennen könnte, zumal auch die amerikanische Thames-Tochter American Water Works wegen des immensen Investitionsaufwandes auf absehbare Zeit nicht die von RWE erhofften Redite einspielen wird.

Allerdings hatte sich Konzernchef Roels noch Anfang August, als die Berliner Zeitung erstmals über die Bedenken der britischen Regulierungsbehörde gegen die Investitions- und Wasserpreis-Kalkulationen von Thames berichtet hatte, dafür ausgesprochen, das Thames-Engagement als Kerngeschäft im RWE-Konzern weiter zu führen. Den Kapitalmarkt-Spekulationen zufolge könnte das für RWE negative Votum der britischen Regulierer nun dazu führen, dass die Essener nur noch ihre Wasseraktivitäten in Kontinentaleuropa fortführen und alle anderen Thames-Aktivitäten wieder abstoßen.

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