Pressebericht
Britische ATG an Cargolifter-Halle interessiert

Der britische Luftschiffbauer Advanced Technologies Group (ATG) hat einem Zeitungsbericht zufolge Interesse an der Produktionshalle der insolventen Cargolifter AG.

Reuters BERLIN. ATG wolle die Halle in Brand bei Berlin für den Bau eigener Luftschiffe nutzen, berichtete die "Financial Times Deutschland" am Montag unter Berufung auf Branchenkreise. Von Cargolifter war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten, ATG lehnte einen Kommentar ab.

Die Zeitung berichtete, der Vorschlag von ATG sehe vor, auf der Basis einer Lizenz in der Cargolifter-Halle ATG-Modelle wie das kleine Lastenluftschiff SkyCat 20 und das größere SkyCat 200 für 20 sowie 200 Tonnen Nutzlast zu produzieren. Das Land Brandenburg wird nach offiziellen Angaben womöglich am Dienstag über eine Soforthilfe von 4,1 Mill. Euro für Cargolifter entscheiden, die der vorläufige Insolvenzverwalter Rolf-Dieter Mönning beantragt hatte.

Die Zeitung berichtete weiter, SkyCat 20 werde derzeit entwickelt und solle Ende 2003 erstmals fliegen. Das britische Unternehmen baut seit Jahrzehnten Luftschiffe, benötigt dem Bericht zufolge für größere Projekte aber weitere Finanzmittel. Der deutsche Luftschiffbauer Cargolifter hatte Anfang Juni wegen Zahlungsunfähigkeit Insolvenz beantragt. Seitdem haben mehrere Tochtergesellschaften ebenfalls Insolvenzantrag gestellt.

Die Zeitung berichtete weiter, ATG-Chef Roger Munk habe Cargolifter bereits vor deren Insolvenz-Antrag eine projektbezogene Zusammenarbeit angeboten. Diese habe Cargolifter-Chef Carl von Gablenz jedoch abgelehnt.

Landesregierung berät im Kabinett über Soforthilfe

Der vorläufige Insolvenzverwalter Rolf-Dieter Mönning hat beim Land Brandenburg einen Massekredit beantragt, um einen Teil der Geschäfte vorerst fortsetzen zu können. "Ein entsprechender Antrag auf Soforthilfe liegt vor und wird derzeit geprüft", hieß es am Montag beim Land. Der Insolvenzverwalter habe den Antrag damit begründet, mehr Zeit für die Entwicklung eines "Fortführungskonzeptes" zu benötigen. Zudem gehe es darum, notwendige Absicherungsmaßnahmen wie die Strom- und Wasserversorgung sowie die Bewachung auf dem Werksgelände sicher zu stellen.

Ein Regierungssprecher sagte, das Kabinett werde am Dienstag über eine Vorlage des Wirtschaftsministeriums beraten. "Möglicherweise gibt es dann auch eine Entscheidung über die Soforthilfe für Cargolifter."

Mönning sieht eine Cargolifter-Sanierung "im Bereich des Möglichen". Neben der Neustrukturierung des Unternehmens sei jedoch eine durchgängige Finanzierung des Projektes notwendig, hatte Mönning am Freitag mitgeteilt. "Die weitere Beschaffung liquider Mittel 'von der Hand in den Mund' durch Teillösungen mit einzelnen Investoren sei künftig nicht hilfreich", hieß es. Eine mögliche Gesamtlösung zeichne sich in Umrissen ab. Voraussetzung für jede konstruktive Lösung sei die Sicherheit über die technische Machbarkeit des von Cargolifter entwickelten Systems.

Land und Bund haben allerdings wegen "erheblicher Zweifel" an der technischen und finanziellen Machbarkeit Zusagen für Finanzmittel abgelehnt. Wegen der Finanzkrise hatte Cargolifter zuletzt den Bau des großen Luftschiffes CL 160 auf Eis gelegt und erklärt, sich auf Bau und Vertrieb des kleineren Transport-Ballons CL 75 zu konzentrieren.

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