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Pressestimmen: "Die Roten sind tot"

Während die Zeitungen in Südkorea und Japan der deutschen Mannschaft Anerkennung zollen, scheinen die WM-Wunden in Spanien und Italien noch nicht verheilt zu sein. Markige Pressestimmen zum Halbfinale gegen Südkorea.

HB/dpa HAMBURG. "Berliner Mauer", "Unbesiegbare germanische Seele", "Unerbittliches Deutschland" - die Presse Japans und Südkoreas und der selbsternannten Komplott-Opfer Spanien und Italien kommentiert den Sieg der deutschen Elf mit gewohnt markigen Worten. Die Südeuropäer interessierte dabei weniger das fußballerische Niveau des Halbfinalspiels als die Schiedsrichterleistung des Schweizers Urs Meier. Die englische Boulevard-Presse hat das Ohr - wie immer - ganz dicht an der Straße.

Südkorea:

"Joongang Ilbo": "Der überraschende Marsch der koreanischen Mannschaft wurde durch die Berliner Mauer gestoppt. Wie wir gegen Deutschland gespielt haben, zeigte, dass bei unseren Siegen über die anderen europäischen Mannschaften kein Komplott zu Grunde lag."

"Korean Times": "Deutschland hat Koreas Traum beendet. Am Ende ist Südkorea einfach der Dampf ausgegangen. Die tollen und heroischen drei Wochen wurden von den mächtigen und gut organisierten Deutschen zum Abschluss gebracht."

"Hankyoreh": "Der Zug, der die Welt überrascht hat, ist vor der Endhaltestelle gestoppt worden."

"Sports Today": "Wir haben trotzdem gut gespielt. Der Vorstoß ins Halbfinale ist ein Rekord, der in der Fußball-Geschichte Bestand hat."

Japan:

"Tochu Shimbun": "Für Südkorea war es ein glanzvolles Ende, nun kämpfen sie mit Stolz um den dritten Platz. Deutschland einen Schritt vor dem Weltmeistertitel. Das ist die unbesiegbare germanische Seele. Damit hat Deutschland den Ruf als starke Fußballnation zurückgewonnen."

"Nikkan Sports": "Kahn hat wieder perfekt verteidigt. Der Schutzgott-Gorilla hat Deutschland ins Finale geführt. Das ist typisch für die deutsche Mannschaft, dass sie trotz schlechten Spielens gewinnt. Südkorea hat in Asien Hoffnungen hinterlassen."

"Sports Nippon": "Kahn, die eiserne Wand. Es war schon wieder eine Bühne für ihn allein. Für die Südkoreaner war es eine Niederlage ohne Tränen. Sie haben mit ihrem roten Tornado Geschichte geschrieben."

"The Daily Yomiuri": "Die Roten sind tot. Getötet durch Deutschlands Power."

"Asahi Shimbun": "Michael Ballack hat mit seinem Tor den Südkoreanern das Herz gebrochen."

Spanien:

"El País": "Deutschland weckt die Koreaner aus ihrem Traum und bringt sie auf den Boden der Tatsachen zurück. Für romantische Träumereien haben die Deutschen nichts übrig."

"El Mundo": "Das ewige Deutschland! Das Team von Rudi Völler hat fußballerisch vielleicht nicht den besten Ruf. Aber bei dieser WM kommt es darauf an, die Hürden zu nehmen. Und das haben die Deutschen getan."

"Marca": "Danke, Ballack! Der Leverkusener erledigt die koreanische Seilschaft."

"As": "Eine saubere Schiedsrichterleistung, und schon scheidet Südkorea aus. Das koreanische Lügengebäude bricht mit der tadellosen Partie des Schweizers Urs Meier zusammen."

Italien:

"Il Messaggero": "Flieg, Deutscher, flieg. Ballack trifft, Schiedsrichter Meier macht keinen Fehler: Deutschland rächt Italien und Spanien."

"La Repubblica": "Unerbittliches Deutschland im Finale ohne zu unterhalten. Ein Tor Ballacks reicht. Der magische Anschub für Korea ist vorbei."

"La Gazzetta dello Sport": "Mittelmaß über alles. Von wegen großes Deutschland. Der erste Endspiel-Teilnehmer einer WM, die eher wegen der Schiedsrichter-Skandale als wegen der Heldentaten der neuen Weltmeister auffiel, ist eine anonyme und langweilige Mannschaft."

"Corriere della Sera": "Vielleicht das hässlichste Semifinale aller Zeiten. Die Deutschen sind nicht viel wert. Sie erreichen das siebente Finale ihrer Geschichte eher dank glücklicher Umstände denn aus Verdienst. Mit einem Schiedsrichter wie Meier wären vermutlich Portugal, Italien und Spanien nicht von Korea eliminiert worden."

England:

"Daily Star": "Deutschland hat sich ins Endspiel gekratzt. Muss man sie nicht hassen?"

"Daily Star": "Ein Haufen Ballack. Oh verdammt, das schon wieder. Verflixte Deutsche beenden Koreas Finalträume."

"Daily Mail": "Erniedrigung von München eine entfernte Erinnerung, als nie aufgebende Mannschaft nach Yokohama geht."

"The Sun": "Von hier (München) zu hier (Yokohama) in zehn Monaten - es muss wirklich eine WM-Verschwörung geben. Das ist doch zum Heulen."

"The Times": "Der Kerl kriegt 'ne Verwarnung. Er verpasst das Endspiel. Bricht er in Tränen aus? Nee, er macht weiter und erzielt das Siegestor. Völlers gnadenlose Armee marschiert weiter. Deutschland stellt Weltordnung wieder her."

"The Guardian": "Deutschland erreicht den siebten Himmel. Ein Anschein der Normalität kehrte in ein wildes und exzentrisches Turnier zurück. Der lange Weg zurück von München."

"The Independent": "Ballack beendet Südkoreas Träume. Von der Münchner Misere zur Satisfaktion in Seoul."

Frankreich:

"L'Équipe": "Deutschland ist zurück. Der dreifache Weltmeister hat seine Werte im richtigen Moment wiedergefunden. Wie gewohnt. Ballack hat sich geopfert. Mit seinen 25 Jahren ist Michael Ballack zweifellos der künftige Chef der deutschen Mannschaft."

"Le Figaro": "Deutschland zerbricht den koreanischen Traum. Ohne genial zu sein, mit Methode, Solidarität und Selbstverleugnung. Die Koreaner Sie sind die Opfer der deutschen Effizienz geworden, von dieser außergewöhnlichen Wut zu siegen, die die Spieler Rudi Völlers antreibt."

"Le Parisien": "Ewiges Deutschland. Die Koreaner wurden von einer deutschen Mannschaft ausgeschaltet, die treu ihrer Tradition blieb, ohne Genie, ohne Mitleid, teuflisch solide und realistisch."

Österreich:

"Kronenzeitung": "Rudis Glückskinder im Finale! Baller-Ballack zerschoss koreanischen Finaltraum."

"Kurier": "Jetzt sind die Deutschen das Wunder. Und wieder einmal setzte sich der Minimalismus durch. Im Match gegen Korea waren die Deutschen allerdings die bessere und auch überlegene Mannschaft."

"Die Presse": "Völler-Truppe entzauberte ausgebrannte rote Teufel. Wie machen das nur die Deutschen? Wenig drauf und doch wieder drin im Finale."

Belgien:

"La Dernière Heure- Les Sports": "Deutschland im siebten Himmel - Michael Ballack bleibt der unglückliche Held der deutschen Qualifikation für das Finale."

"De Standaard": "Ballack rettet Deutschland, aber verpasst das Finale. Deutschland machte gestern sein Image als ein tolles Turnierteam nochmals wahr."

"Le Soir": "Deutschland, wie immer."

Rumänien:

"Gazeta Sporturior": "Korea kaputt. Es ist Gerechtigkeit widerfahren".

"Libertatea": "Korea Tag der Strafe".

Schweiz:

"Basler Zeitung": "Deutschland - nicht nur Kopfball und Kahn."

"Berner Zeitung": "Eine deutsche Mannschaft, die sich steigerte und inzwischen fast unschlagbar wirkt."

"Blick": "Deutschland jubelt - Ballack weint. Völler ist ein flexibler Taktiker."

"Neue Zürcher Zeitung": "Der erfahrenste Underdog in der WM- Geschichte. Die Deutschen haben mit dem Halbfinalsieg an einer Bilanz gezimmert, die in der Geschichte der WM-Endrunde ihresgleichen sucht: nach einem denkbar günstigen Parcours ins Endspiel einzuziehen, ohne ein einziges Mal spielerisch überzeugt zu haben."

"Tages-Anzeiger": "Spielerischen Glanz verbreitete Rudi Völlers Mannschaft ein weiteres Mal nicht. Sie blieb damit ganz in der Tradition jener Auswahl, die 1986 unter Franz Beckenbauer den WM- Final erreicht hatte."

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