Pressestimmen zum Klitschko-Kampf
Presse: "Lewis, deine Zeit ist vorbei"

Was die großen Zeitungen über die umstrittenen Niederlage von Vitali Klitschko berichten. Pressestimmen aus den USA, Großbritannien und Italien.

HB/dpa HAMBURG.

US-Presse:

Los Angeles Times:
"Ist Lewis, erschöpft, schwankend und auf allen drei Punktkarten zurückliegend, noch der Champion? Nein, er wurde geschlagen. Er war der Verlierer. Klitschko war der zähere Kämpfer, der stärkere Kämpfer, der bessere Kämpfer. Das vorzeitige Ende durch den Cut war falsch. Das ist ein Titelkampf. Das waren zwei Schwergewichte. Das ist, was die Kämpfer erwarten. Das ist es, was die Größten durchstehen. Es war so, als würde eine wundervolle "World Series" im entscheidenden siebten Spiel im sechsten Inning wegen Regens abgepfiffen werden. Oder aber ein spannender Super Bowl zur Halbzeit wegen Schneefalls enden."

Washington Post:
"Der Champ, Lewis, war auf dem direkten Weg zur Niederlage. Nachdem der ukrainische Herausforderer mit seinem Kinn aus Granit die 6. Runde überlebt hatte, hätte kein Mensch mehr Geld auf einen Lewis-Sieg gesetzt, wenn beide Kämpfer bis zum Ende durchgeboxt hätten. Lewis sah aus, als hätte er zu viel Zeit damit verbracht, um Tee zu trinken und Hefekuchen zu essen, als zu trainieren."

Los Angeles Daily News:
"Was bei der Titelverteidigung von Lewis gegen Klitschko passierte, war eine Enttäuschung. Für Klitschko und für die Fans, die ein anderes Wort dafür haben. Es beginnt mit "b' und endet mit "t' ("bullshit"). Es war eine Enttäuschung und deshalb erwartet jeder von den Promotern ein Rematch, es ist ein absolutes Muss."

The Boston Globe:
"Klitschko gewann Respekt, Lewis bewahrt Titel. Klitschko hat Lewis wie einen Sack Kartoffeln durch den Ring geschleift. Lewis gewann den Fight, aber verlor die Zuschauer. Alle Erinnerungen an Klitschkos Aufgabe vor drei Jahren gegen Chris Byrd sind mit seiner tapferen Kampfweise gelöscht worden."

US-Today:
"Auch wenn Klitschko nicht den Titel gewonnen hat, so hat er doch alle Zweifel über sein großes Herz ausgeräumt. Lewis gewinnt eine blutige Schlacht, die alles andere als langweilig war."

TV-Sender ESPN:
"In einer wilden Schlacht um den WM-Titel im Schwergewicht bombardierten sich Lewis und Klitschko über sechs dramatische und aufregende Runden, bevor der Ringrichter die Schlacht stoppte. Wer sagt, europäische Schwergewichtler können keinen Punch vertragen? Wer sagt, sie hätten kein Herz? Von der 2. bis zur 6. Runde standen sich beide Männer gegenüber und feuerten mit ihren besten Waffen. Beide steckten die härtesten Schläge weg und schlugen zurück. Wer sagt, europäische Kämpfer können keine Stars in den USA werden? Ein Star wurde am Samstag im Staples Center geboren, und es war der Verlierer der Schlacht."

Box-Kolumnist Michael Katz:
"Es war der gemeinste Schnitt von allen. Klitschko schlug Lewis auf allen drei Punktzetteln, dennoch verlor er zum zweiten Mal in der Karriere auf seinem Hocker. Aber diesmal gab er nicht auf, wie vor drei Jahren gegen Chris Byrd. Sondern diesmal stoppte Dr. Paul Wallace, ein Schönheitschirurg, einen der spannendsten Titelkämpfe seit Jahren."

Englische Presse:

"Daily Mirror":
"Lewis, deine Zeit ist vorbei. Lennox war ein feiner Champion, aber er wird wie Ali und Holyfield enden, wenn er weiter kämpft. Ein Gigant namens Vitali Klitschko wartete auf ihn im Staples Centre. Aber irgendwie fand er noch genug rohen Mut, um diesen Kampf zu überleben. Doch dies war ein Sieg, der sich mehr wie eine Niederlage anfühlte, denn er deckte die zunehmenden Defizite eines Mannes auf, der einst ein großer Champion war."

"The Sun":
"Blutbad - ein verprügelter Lennox Lewis muss die Warnzeichen blinken sehen."

"Daily Star":
"Zusammengenähter Klitschko beansprucht den Sieg. Klitschko verlangt den Wiederholungskampf, Lewis eine Entschuldigung."

"Daily Mail":
"Eine Horrorwunde rettet den Tag für Lennox Lewis. Aber der alternde Champion sollte die Warnung beachten und aufhören, bevor es zu spät ist. Lewis plumpste am Ende der sechsten Runde auf seinen Stuhl wie ein Sack Kohlen, er schnaufte wie eine Dampfmaschine. Er war so verprügelt worden (...), dass er kaum noch vernünftig redete auf der Pressekonferenz, die zwischen Dementi und Debakel, Widerspruch und Geständnis schwankte."

"Daily Express":
"Immer noch Champion, aber nur gerade noch. Lewis marschiert auf einer steinigen Straße und wird durch die grausamen Wunden Klitschkos gerettet. Ein müder und verwirrter Lennox erhält eine weitere Warnung, dass ihn die Jahre einholen."

"The Times":
"Lennox Lewis ist drauf und dran, den Kampf gegen das Alter zu verlieren. Es wurde immer wieder geschrieben, dass das Alter einen Boxer einholt, der zu lange kämpft. Man stelle eine Liste der Boxer zusammen, die nicht aufhören wollten, und schicke sie an Lewis, denn er scheint entschlossen, alle Beweise zu ignorieren."

"The Guardian":
"Vergangener Champion. Glanzloser Lewis aus dem Ring gebuht. Britischer Schwergewichts-Champion zeigt wenig Ideen."

"The Independent":
"Glückliches Davonkommen für Lewis ist nur ein Aufschub. Lennox Lewis, der schwerer schnaufte als ein harpunierter Wal, wurde vor sich und seinen Beratern nur dadurch gerettet, dass der Ringarzt sagte, Vitali Klitschko könne sich nicht mehr verteidigen. Die Reaktion des Champions: Er hievte sich von seinem Hocker hoch und hob einen bleiernen Arm in die Höhe zum Triumph. Triumph? Es muss befürchtet werden, dass es sich nur um einen Aufschub handelt, und danach kommt keine Wiedergutmachung, sondern nur eine Reise in den dunkelsten Fleck der Seele eines Boxers."

Italienische Presse:

"La Gazzetta dello Sport":
"Im WM-Kampf gegen Lewis stoppt den Helden Klitschko nur der Arzt. Der Kampf war wie eine neue Folge der Rocky-Filme und Klitschko gebührte die Rolle von Rocky."

"La Repubblica":
"Klitschkos Verletzung rettet Lewis die Krone."

"Corriere della Sera":
"Schläge und Pfiffe - Lewis bleibt gegen den verletzten Riesen der König."

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