Preussag legen gegen den Trend zu
Dax nach ruhigem Tag im Minus

Belastet von deutlichen Kursverlusten bei den Dax-Schwergewichten Deutsche Telekom und Münchener Rück sowie nachgebenden Kursen an den US-Börsen haben die deutschen Aktienwerte am Mittwoch schwächer geschlossen.

Reuters/vwd FRANKFURT. Der Dax schloss am Mittwoch 0,8 Prozent schwächer bei 4881,80 Zählern, während der Nemax50 um 1,4 Prozent auf 797,01 Punkte nachgab. Der MDax lag unterdessen 0,2 Prozent im Minus bei 4364,31 Stellen.

Börsianern zufolge ist das Geschäft jedoch insgesamt sehr ruhig verlaufen. "Viele Anleger haben sich schon ins verlängerte Wochenende verabschiedet", sagten Händler.

Münchener Rück im Rückwärtsgang

Die Aktien der Münchener Rück setzten derweil ihre Abwärtsbewegung vom Vortag fort und verloren 3,1 Prozent auf 253 Euro. Die Titel der Allianz verbilligten sich zeitweise um bis zu 1,6 Prozent und schlossen 0,4 Prozent schwächer bei 243 Euro. Zuvor hatten verschiedene Analysten ihre Gewinnschätzungen beziehungsweise Kursziele für diese Werte herabgesetzt.

Die Aktien der Deutschen Telekom fielen derweil um drei Prozent auf 12,18 Euro. Allerdings wurden diese Papiere ex Dividende gehandelt. Unter Herausrechnung dieses Faktors blieb die T-Aktie fast unverändert.

Größter Verlierer im Dax waren derweil die Aktien von MLP mit einem Minus von 7,5 Prozent auf 42,85 Euro. Händlern zufolge wurden auf der Hauptversammlung am Dienstag die Unstimmigkeiten bezüglich der Bilanzierungspraxis des Unternehmens nicht ausgeräumt. Allerdings wurden auch diese Titel ex Dividende gehandelt. Unter Herausrechnung dieses Faktors reduzierte sich der Rückgang auf 6,4 Prozent.

SAP gaben um 3,3 Prozent auf 112,25 Euro nach, was Händler mit Gerüchten über angebliche Äußerungen des SAP-Finanzvorstandes begründeten. Dieser soll sich bei einer Technologiekonferenz der Deutschen Bank in Budapest hinsichtlich des zweiten Quartals vorsichtig geäußert und zudem gesagt haben, das US-Geschäft laufe schlecht. Das Unternehmen dementierte die Meldung später. "Es gab zu keiner Zeit Kommentare über ein schwaches zweites Quartal oder ein schwaches US-Geschäft", sagte SAP-Sprecher Herbert Heitmann.

Preussag nach unerwartet guten Zahlen im Plus

Zu den wenigen Gewinnern gehörten die Titel von Preussag, die sich um 0,3 Prozent auf 28,20 Euro verteuerten. Der Tourismuskonzern verbuchte zwar im ersten Quartal einen Verlust, die Geschäftszahlen fielen jedoch insgesamt besser als erwartet aus.

Auffällig waren die Index-übergreifenden Gewinne bei den Chemie/Pharma-Werten. Bayer kletterten um 0,6 Prozent auf 35,47 Euro. Im MDAX verteuerten sich Altana um 2,2 Prozent auf 58 Euro und Merck um 2,4 Prozent auf 31,90 Euro.

Im MDax fielen die Aktien von Cargolifter bei stark überdurchschnittlichen Umsätzen in der Spitze um mehr als 37 Prozent und schlossen knapp 22 Prozent im Minus bei 0,80 Euro. Seit Jahresbeginn haben die Titel mehr als 80 Prozent ihres Wertes eingebüßt. "Die Pleite des Unternehmens ist kein weiterer Skandal, sondern lediglich eine unternehmerische Idee, die nicht aufgegegangen ist", sagte Analyst Klaus Kränzle von der Bremer Sparkasse mit Blick auf die mutmaßlichen Bilanzmanipulationen bei einigen Firmen des Neuen Marktes.

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