Preussag liegt vorn
Deutsche Aktien bleiben in der Gewinnzone

Die deutschen Aktien haben am Donnerstag fester geschlossen. Der Deutsche Aktienindex (Dax) stieg um 0,65 % auf 5254,04 Punkte.

dpa FRANKFURT/MAIN. Zwischenzeitlich war der Leitindex im Sog schwacher Konjunkturdaten ins Minus gerutscht. Händlern zufolge belebten die Kursgewinne bei Preussag und der T-Aktie den Markt. Die im MDAX gelisteten 70 mittelgroßen Standardwerte verloren leicht um 0,04 % auf 4608,28 Zähler.

Die anfangs gute Stimmung infolge der guten Vorgaben von der Wall Street sei allerdings durch die schwachen Zahlen für das Bruttoinlandsprodukt (BIP) belastet worden. Das BIP legte im zweiten Quartal 2001 zum gleichen Vorjahreszeitraum real nur noch um 0,6 % zu. Dies war auf Jahresbasis der niedrigste Anstieg seit dem ersten Quartal 1997 (plus 0,1 %). «Ohne gute Unternehmenszahlen kommt es zu keinem dauerhaften Aufschwung », sagte ein Händler. Er führte die jüngsten Kurszuwächse auf eine technische Reaktion zurück. Von einer Trendwende könne man nach wie vor nicht sprechen.

Tagessieger im Dax war das Preussag-Papier mit einem Zuwachs von 4,28 % auf 35,82 ?. Der Vorstandsvorsitzende des Touristikkonzerns Preussag, Michael Frenzel, erwartet nach einem positiven 1. Halbjahr für das gesamte Jahr erneut ein «hervorragendes Ergebnis». Touristik ist Händlern zufolge die einzige Branche, die nahezu ungebremst wachse.

Auch Linde gewann 2,64 % auf 47,87 ?. Insbesondere das Ergebnis des Gase- und Anlagenbauunternehmens habe am oberen Ende der Erwartungen gelegen, sagte ein Händler. Die T-Aktie konnte sich nach den massiven Verluste der vergangenen Tage etwas erholen. Das Papier der Deutschen Telekom kletterte um 2,03 % auf 16,62 ?. Die Aktie Händlern hat zufolge von der Meldung profitiert, dass die Deutsche Telekom nach Angaben eines Sprechers von Liberty Media unmittelbar vor dem Verkauf ihrer Fernsehkabelnetze an das US- Medienunternehmen stehe.

Die Autowerte liefen ebenfalls gut. BMW, DaimlerChrysler und Volkswagen verbuchten Zuwächse von jeweils etwa zwei Prozent. «Das ist die technische Reaktion auf die unberechtigten Verluste infolge der Ford-Gewinnwarnung vom Freitag», sagte ein Auto-Analyst. Das Papier des Index-Schwergewichts Allianz profitierte von einer Empfehlung der US-Investmentbank Morgan Stanley, die Aktien der Münchener Rück gegen die der Allianz auszutauschen. Allianz gewannen 1,94 % auf 315,00 ?.

Zu den Verlierern im Dax zählte die Aktie des Leverkusener Chemie- und Pharmakonzerns Bayer mit einem Abschlag von 1,72 % auf 34,30 ?. Bayer hatte das Medikament Lipobay/Baycol am Donnerstag auch in Japan zurückgezogen. Noch schlechter notierten die Titel des Finanzdienstleister MLP. Nach frühen Gewinnen drehte das Papier ins Minus und verlor 1,36 % auf 70,50 ?. Offenbar hätten Anleger Gewinne mitgenommen. Das Papier hatte in den Tagen zuvor nach einem regelrechten Ausverkauf zulegen können.

Die Aktien in London und Paris standen leicht in der Verlustzone. Dagegen gewann der EuroSTOXX 50 um 0,62 % auf 3816,99 Punkte. An der New Yorker Wall Street verloren die im Dow Jones Index zusammengefassten Standardwerte 0,47 % auf 10 228 Punkte. Auch die Technologiewerte im Nasdaq büßte 0,37 % auf 1853 Zähler ein.

Der Rentenmarkt-Index REX gab 0,1 % auf 113,23 Zähler nach. Der Bund-Future notierte nahezu unverändert bei 108,78 Punkten. Die Deutsche Bundesbank stellte die Umlaufrendite mit 4,71 (Vortag: 4,70 %) fest. Der Kurs des Euro ist am Donnerstag deutlich gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 0,9112 (Mittwoch: 0,9216) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 2,1464 (2,1222) DM.

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