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Preussag trennt sich von Hapag-Lloyd-Chef Wrede

Die Kluft zwischen dem Preussag-Vorstandsvorsitzenden Michael Frenzel und dem Hapag-Lloyd-Chef Bernd Wrede muss mit den Jahren so groß geworden sein, dass die Preussag jetzt sogar eine Führungskrise bei ihrer Tochter, dem Hamburger Logistikkonzern, riskiert.

beu DÜSSELDORF. In einer dürren, knapp fünf Zeilen langen Erklärung heißt es, Wrede scheide mit Ablauf seines Vertrags am 31. Dezember 2001 aus dem Vorstand der Hapag-Lloyd AG aus. Ein Nachfolger für den 58-Jährigen wird, zwei Monate vor dessen Ausscheiden, nicht präsentiert.

Abschließend kann sich die Preussag gerade noch den Satz abringen, dass sie Wrede für seine erfolgreiche Führung von Hapag-Lloyd dankt. Die ist wohl unbestritten. Wrede kam 1982 zu Hapag-Lloyd. Die Banken der damals vom Konkurs bedrohten Reederei setzten ihn als Finanzchef und Controller ein. Wrede, seit 1993 Vorstandschef, hatte maßgeblichen Anteil an der Sanierung des aus der Fusion von Hapag und dem Norddeutschen Lloyd hervorgegangenen Unternehmens. Unter seiner Leitung wandelte sich Hapag-Lloyd von einer reinen Reederei in einen profitablen Transport- und Logistikkonzern, der zuletzt eine Eigenkapitalrendite vor Steuern von 29 Prozent erwirtschaftete.

Der Umgang mit dem sehr selbstbewussten, eigenwilligen und für Widerspruch nicht eben empfänglichen Hanseaten war schwer. Wrede soll Mitarbeiter zuweilen zur Verzweiflung getrieben haben. Auch bei der Übernahme von Hapag-Lloyd durch die Preussag 1998 erwies sich Wrede als schwieriger Partner; letztlich konnte der Hapag-Lloyd-Chef die Abtretung der ertragreichen Touristiksparte an die Konzernmutter in Hannover aber nicht verhindern. Beibehielt er die extrem konservative Bilanzierung, die bei schneller Abschreibung zu hohen stillen Reserven führt. Mit Wredes Abgang kann Preussag-Chef Frenzel darauf besser zugreifen.

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