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Preußische Schlösser vermissen 3000 Bilder

Berlin (dpa) - Die Preußischen Schlösser vermissen 60 Jahre nach Kriegsende noch 3000 Gemälde aus ihren Sammlungen. Der Verbleib der meisten Bilder, die während des Krieges von Soldaten und Zivilisten geraubt wurden, ist unbekannt.

Berlin (dpa) - Die Preußischen Schlösser vermissen 60 Jahre nach Kriegsende noch 3000 Gemälde aus ihren Sammlungen. Der Verbleib der meisten Bilder, die während des Krieges von Soldaten und Zivilisten geraubt wurden, ist unbekannt.

Etwa ein Drittel der Bilder, darunter Meisterwerke von Rubens, Rembrandt, Tizian, van Dyck und Tintoretto, werde aber in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion vermutet, sagte der Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Hartmut Dorgerloh, in Berlin. Er stellte einen Katalog mit den verschollenen Werken vor.

Der Katalog zählt fast die Hälfte aller Gemälde auf, die sich vor 1945 in den preußischen Schlössern befanden und die in den Kriegswirren verschwanden. Von nur einem kleinen Teil gibt es noch Fotografien. Weil der einstige Gesamtkatalog der Bestände der Preußenschlösser mit 12 500 Werken im Krieg zerstört wurde, musste die Liste verschollener Bilder in Jahrzehnte langer Arbeit vom Kustos der Gemäldesammlung, Gerd Bartoschek, und seinen Mitarbeitern zusammengestellt werden.

Allein aus Schloss Sanssouci fehlen zwei Drittel aller Gemälde, sagte Stiftungsdirektor Burkhard Göres. Während Amerikaner und Briten die beschlagnahmten Werke allmählich an ihre angestammten Orte zurückgäben, behandelten die sowjetischen Besatzer die Beutekunst als Kriegstrophäen. Zwar erhielten nach dem Krieg die preußischen Schlösser einige hundert Objekte aus der Sowjetunion zurück. Doch von den meisten fehlt bis heute jede Spur. Der Katalog nennt den Verbleib von lediglich 280 Gemälden, die vor allem in Museen in Russland und anderen ehemaligen Sowjetrepubliken aufbewahrt werden.

Immer wieder tauchten einzelne Kunstwerke auf dem «grauen» Markt auf, sagte Göres. Der internationale Kunsthandel achte aber zunehmend auf die Herkunft der Bilder und schlage bei geraubter Kunst Alarm. Neben den Gemälden aus den Preußenschlössern werden noch zehntausende Kunstobjekte wie Porzellan und Möbelstücke vermisst, für die ein eigener Verlustkatalog geplant ist.

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