Prilosec-Patentstreit
Astra-Zeneca geht in die Berufung

Europas zweitgrößter Pharmakonzern Astra-Zeneca will in den USA vor Gericht weiter um den Patentschutz seines umsatzstarken Magenmittels Prilosec ringen.

Reuters LONDON. Astra-Zeneca werde im laufenden US-Patentstreit gegen Teile des jüngsten Gerichtsentscheids zu Prilosec in die Berufung gehen, teilte der Konzern am Dienstag in London mit. Bei Schwarz Pharma hieß es zu dem Schritt von Astra-Zeneca, dies werde den geplanten US-Marktstart der eigenen generischen Prilosec-Version nicht verzögern. US-Bezirksrichterin Barbara Jones hatte im Oktober entschieden, dass zwei Schlüsselpatente für das Magenmittel weiterhin bis 2007 gültig seien und diese von drei Nachahmerherstellern verletzt würden. Schwarz Pharma mit ihrer Tochter Kudco als viertem Generikaproduzenten wurde indes zugestanden, die Patentrechte nicht verletzt zu haben.

Astra-Zeneca werde nun die Teile des Urteils anfechten, die Schwarz Pharma und ihre Tochter Kudco betreffen, teilte der Konzern weiter mit. Die Richterin habe bei der Tatsachenfeststellung und bei der Gesetzesanwendung Fehler begangen. In dem seit Längerem währenden Patentstreit um das Magenmittel geht es um Umsätze in Milliardenhöhe. Allein in den USA erwirtschaftete Prilosec im vergangenen Jahr einen Umsatz von 3,7 Milliarden Dollar. Weltweit waren es fast sechs Milliarden Dollar.

Die Ankündigung von Astra-Zeneca, gegen das Urteil vorzugehen, werde den Start von generischem Omeprazol nicht verzögern, sagte eine Schwarz-Pharma-Sprecherin. "Für uns ändert sich dadurch nichts." Omeprazol ist der Wirkstoff des Magenmittels Prilosec. Es sei allgemein erwartet worden, dass Astra-Zeneca in die Berufung gehe. Bei Schwarz Pharma hatte es im Anschluss an den US-Gerichtsentscheid vor wenigen Wochen geheißen, die Nachahmerversion könne möglicherweise noch dieses Jahr auf den US-Markt kommen. Analysten der Investmentbank UBS Warburg halten dies bereits Mitte November für möglich.

In der vergangenen Woche hatte Schwarz Pharma mit zwei der im Patentstreit unterlegenen Firmen, der Merck-KGaA-Tochter Genpharm und der US-Pharmafirma Andrx, eine Vereinbarung getroffen. Damit soll der rasche US-Marktstart der Schwarz-Pharma-Version des Magenmittels auf den Weg gebracht werden. Gemäß der Vereinbarung teilt Schwarz Pharma künftig einen Teil des Gewinn aus der generischen Prilosec-Version mit Merck und Andrx.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%