Primus für Speicherlösungen EMC spürt zunehmend den Wettbewerb
Preiskampf setzt AMD unter Druck

Hoffnungen auf eine rasche und dauerhafte Erholung am Halbleitermarkt haben sich erneut zerschlagen. Kurz vor der Bekanntgabe seiner Quartalszahlen musste Intel-Konkurrent AMD eine Gewinnwarnung aussprechen. Auch EMC hat seine Prognose nach unten revidiert.

Handelsblatt PALO ALTO. Die Gewinnwarnung des Chipherstellers Advanced Micro Devices (AMD) von vergangener Woche hat die Analysten an der Wall Street völlig überrascht. Während der Erzrivale von Intel aus dem benachbarten Sunnyvale in Kalifornien nun mit einem Gewinn von drei bis fünf Cents pro Aktie rechnet, lagen die Einschätzungen der Marktbeobachter zwischen 20 und 32 Cents.

Zwar hatte AMD bei der Veröffentlichung seiner Quartalszahlen im April von einem Gewinnrückgang von etwa zehn Prozent gesprochen, mit einem so starken Einbruch hatte jedoch niemand gerechnet. Das lag vor allem daran, dass der Intel-Herausforderer im Vergleichsquartal des Vorjahres noch einen Gewinn von 61 Cents pro Aktie erwirtschaften und im Wettbewerb mit Intel eine Reihe Pluspunkte verbuchen konnte.

Doch nun rechnet AMD nach vorläufigen Berechnungen mit einem Umsatzrückgang von 1,19 Mrd. $ auf 985 Mill. $. und stark gefallenen Gewinnmargen. Das offizielle Quartalsergebnis wird am Donnerstag dieser Woche bekannt gegeben.

Die AMD-Aktie musste als Folge der Gewinnwarnung einen erheblichen Einbruch hinnehmen. Lag das Papier am Donnerstag am Ende des regulären Handels in New York mit minus 3,8 % bei 28,64 $, fiel die Aktie am Freitag beim dreifachen Volumen eines normalen Handelstages um 27 % auf 20,80 $. Auch der Wert der Intelaktie wurde in Mitleidenschaft gezogen und verlor kräftig auf 28,43 $.

Als Gründe für den unerwarteten Einbruch nannte AMD, wie derzeit viele Technologiefirmen die schlechte Konjunkturlage. Doch Beobachter sehen im Falle AMD auch zwei spezielle Probleme des Chipherstellers. So ist einerseits die Nachfrage nach Flashchips (Permanentspeicher wie sie in Handys und Kameras eingesetzt werden) stärker gesunken als erwartet. Sie machen jedoch 35 % des Umsatzes von AMD, aber nur 7 % des Umsatzes von Intel aus. Darüber hinaus ist es Intel in einem scharfen Preiswettbewerb gelungen, den Rivalen erheblich unter Druck zusetzen.

Der Wettbewerbsdruck zwang auch EMC, Primus unter den Anbietern von Speicherlösungen für Server und Großrechner, dazu, eine Gewinnwarnung auszusprechen. Der Marktführer, der noch vor Jahresfrist unangefochten an der Spitze lag, hat offensichtlich unliebsame Konkurrenz von Mitbewerbern wie IBM, Compaq, Sun Microsystems, Network Appliance und Hitachi bekommen.

Angesichts der derzeit herrschenden Sparmaßnahmen geben sich die Kunden nun auch mit einfacheren und preisgünstigeren Lösungen zufrieden, während sie bis vor kurzem die teuren Superlösungen von EMC bevorzugten. Nach der Gewinnwarnung fiel der Kurs von EMC um 28 % auf 21,60 $.

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