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Prinz und Ronaldinho „Weltfußballer des Jahres“

Am Ende eines titellosen Jahres hielt Birgit Prinz im Züricher Opernhaus völlig überraschend doch noch eine Trophäe in den Händen.

dpa ZÜRICH. Am Ende eines titellosen Jahres hielt Birgit Prinz im Züricher Opernhaus völlig überraschend doch noch eine Trophäe in den Händen.

Während Brasiliens Mittelfeldstar Ronaldinho erstmals zum "Weltfußballer des Jahres" gekürt wurde, setzte sich die Torjägerin vom deutschen Vizemeister 1. FFC Frankfurt bei der Wahl zur Welt-Fußballerin wie schon im Vorjahr durch und erhielt damit den Lohn für ihre konstant guten Leistungen. "Das ist eine tolle Auszeichnung, mit der ich überhaupt nicht gerechnet habe, weil wir in diesem Jahr zwar erfolgreich gespielt, aber andere die Titel gewonnen haben", sagte Birgit Prinz.

"Hut ab, ich bin sehr stolz. Das ist eine großartige Sache für den deutschen Fußball und sie persönlich", sagte Frankfurts Manager Siegfried Dietrich, der seit neun Monaten auch die 27-jährige Torjägerin vermarktet. "Der Erfolg spricht für ihre Kontinuität und die Tatsache, dass ihr Name im Weltfußball etabliert ist. Sie hat sich auch in diesem Jahr für ihren Verein und die Nationalmannschaft aufgeopfert", betonte der Manager.

In der vom Fußball-Weltverband Fifa durchgeführten Umfrage, bei der neben 114 Nationaltrainern erstmals auch die Kapitäne von 109 Auswahlmannschaften abstimmten, sammelte Prinz 376 Punkte. Olympiasiegerin Mia Hamm, die mit den USA durch ein 2:1 im Halbfinale von Athen den olympischen Gold-Traum der DFB-Auswahl beendet hatte, kam auf 286 Zähler. Dritte wurde die Brasilianerin Marta (281). "Mia hatte eine tolle Karriere, Marta eine starke Saison. Sie hätten es auch verdient gehabt", sagte Birgit Prinz, die im Vorjahr maßgeblich am WM-Gewinn der DFB-Auswahl beteiligt war und mit 79 Länderspieltoren zu den besten Stürmerinnen der Welt zählt.

Ihr Erfolg mutete auf den ersten Blick dennoch überraschend an, denn Prinz war in diesem Jahr mit dem 1. FFC Frankfurt und der Nationalmannschaft vergeblich einem Titel hinterher gejagt. In der Meisterschaft und im DFB-Pokal mussten die Hessinnen Turbine Potsdam den Vortritt lassen. Im Uefa-Pokal scheiterte man an Umea IK mit der überragenden Marta. Bei Olympia reichte es nach der Halbfinal- Niederlage gegen die USA nur zu Bronze.

Bei den Männern setzte sich der beim FC Barcelona brillierende Ronaldinho mit 620 Punkten vor dem für Arsenal London stürmenden Franzosen Thierry Henry (552) durch. Auf den dritten Platz kam der Ukrainer Andrej Schewtschenko (253) vom AC Mailand, der vor einer Woche als "Europas Fußballer des Jahres" geehrt wurde. "Ich bin überglücklich. Ich möchte bei Barca als Siegertyp in die Geschichte eingehen. Der Beginn war schon mal gut", sagte Ronaldinho.

Die bei der Europameisterschaft früh gescheiterten deutschen Profis spielten keine Rolle. DFB-Kapitän Michael Ballack landete mit neun Punkten auf Rang 28. Sein Teamkollege vom FC Bayern München, Oliver Kahn, erhielt nur vier und damit die wenigsten Zähler der 35 nominierten Spieler.

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