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Prinzip Hoffnung

Die langfristigen Aussichten für die Hersteller von PC und Halbleitern sind gut, doch kurzfristig drücken viele Probleme und es dominieren die roten Zahlen.

Vor kurzem wurde weltweit der Milliardste PC ausgeliefert _ eine beispiellose Erfolgsgeschichte in weniger als 25 Jahren. Ermöglicht wurde sie vor allem durch den atemberaubenden Fortschritt in der Halbleitertechnologie. Die Erfolgsstory wird weiter gehen, davon sind die Marktforscher von Gartner überzeugt: Die zweite Milliarde ausgelieferter PC erwarten sie bereits in den Jahren 2007 oder 2008, angetrieben vor allem durch die wachsenden Märkte in Asien, Lateinamerika und Osteuropa.

Lang- und mittelfristig sind die Perspektiven gut bis sehr gut, darin sind sich die Experten einig. Nur kurzfristig sieht es anders aus. Das vergangene Jahr brachte sowohl den PC-Herstellern als auch der Halbleiterbranche den härtesten Einbruch seit Jahren. Und das erste Halbjahr sieht nicht viel besser aus. Der erhoffte Aufschwung ist bisher ausgeblieben und verschiebt sich weiter nach hinten. PC-Hersteller wie Apple und HP haben ebenso die Chipkonzerne Micron und AMD ihre Prognosen für das zweite Halbjahr gesenkt. Die Industrie fällt als Nachfrager fast völlig aus, und die schlechte Konjunktur hat auch die private Nachfrage wieder schrumpfen lassen. Für die Chiphersteller kommt erschwerend noch hinzu, dass die Preise für die Halbleiter wieder gefallen sind. Bis März dieses Jahres waren die Preise für Speicherchips, die vor allem in PCs eingebaut werden, gestiegen und hatten fast die Höhe erreicht, bei der die Hersteller Gewinne machen. Doch wegen der schwachen Nachfrage sind die Preise wieder weit unter die Rentabilitätsschwelle gefallen.

Zusätzlich belastet die unklare Zukunft von Hynix die Branche und drückt auf die Preise. Der eingentlich insolvente koreanische Hersteller von Speicherchips, die Nummer drei der Branche, sollte von Micron übernommen werden, doch die Verhandlungen sind gescheitert. Deshalb wird auch die von der Konkurrenz erhoffte Marktbereinigung vorerst nicht stattfinden. Lediglich Toshiba ist bisher aus der Speicherchipproduktion ausgestiegen, doch dies hat keine Entlastung gebracht. So warten die Hersteller von Halbleitern und Computern weiter auf den Aufschwung, der dann auch besere Preise bringen soll. Der nächste Termin ist das Ferienende in den USA, wenn sich erfahrungsgemäß viele einen neuen Computer anschaffen. Dann kommt das Weihnachtsgeschäft. Alles kurzfristige Hoffnungsmarken auf dem Weg zu besseren Ergebnissen, die den Herstellern derzeit sicher wichtiger sind als die langfristige Aussicht auf einen weltweiten Absatz von zwei Milliarden PC im Jahre 2007.

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