Privat-Anleger zeigten zu wenig Interesse an dem Hersteller von Internetsoftware
IPO geplatzt - Blaxxun will Aktien privat platzieren

Ein Aufschub sei für die Anleger vorteilhafter, sagen Analysten. Die DG-Bank gibt der US-Börsenkommission die Schuld.

fbs/rtr/vwd FRANKFURT. Die ursprünglich für diesen Dienstag geplante Erstnotiz der Blaxxun Interactive Inc , San Francisco, am Frankfurter Neuen Markt ist ausgesetzt. Es sei nicht gelungen, Privatanleger vom Wachstumspotenzial der Softwarefirma zu überzeugen, teilte die DG Bank als Konsortialführer mit. Die Resonanz der Privatinvestoren habe nicht die Erwartungen des Unternehmens und der begleitenden Bank erfüllt, so die Bank.

"Wir haben den Markt falsch eingeschätzt, die Emission war nicht platzierbar", kommentiert Simone Wagner von der Abteilung Investment Banking der DG Bank die Entscheidung über das Verschieben des IPO. Als US-Unternehmen unterliege Blaxxun beim Listing am Neuen Markt den Regeln der US-Börsenaufsicht.

Die US-Behörde SEC (Security Exchange Commission) hatte bereits ihr "OK" gegeben. Was Blaxxun eher zu schaffen machte, waren die strengen Werbe-Vorschriften: Nach den SEC-Regeln dürfen Unternehmen beim Börsengang weder Prognosen auf zukünftige Planzahlen abgeben, noch ihr Going Public aktiv bewerben. "Das hat uns sehr behindert", so Wagner. Auf die Frage, wie es denn nach der abgesagten Neuemission weitergeht, sagt die DG-Bank-Expertin: "Wir holen tief Luft und warten auf bessere Zeiten".

Auch Andreas Battenberg, PR-Manager bei Blaxxun, wollte keine Prognose über einen neuen Starttermin in Frankfurt abgeben. "Auf absehbare Zeit erstmal nicht", betonte Battenberg gegenüber handelsblatt.com. "Es sei denn, die Aussichten für Internet-Firmen änderten sich wieder". Im Gegenzug will sich das kalifornische Unternehmen aber auch den Weg an die US-Technologiebörse Nasdaq offenhalten.

Mit dem Erlös des IPO - bei einem durchschnittlichen Preis von 8 Euro pro Aktie hatte Blaxxun mit rund 60 Mill. Euro gerechnet - wollte das Softwareunternehmen ein internationales Vertriebsnetz aufbauen. Dafür muss es jetzt andere Geldquellen suchen, etwa mit Hilfe eines Private Placement (private Aktienplatzierung). Blaxxun will dazu institutionelle Anleger, die im Vorfeld der Neuemission im großes Interesse gezeigt hatten, ansprechen.

Die bis zu 6,5 Mill. Aktien des US-Herstellers von Internet-Software sollten ursprünglich zu einem Preis zwischen 7,50 und neun Euro ausgegeben werden und am (heutigen) Dienstag erstmals notiert werden. Einen Termin für einen möglichen neuen Anlauf für einen Börsengang nannte die DG Bank nicht.



Börsengang bereits zum zweiten Mal verschoben

Die kalifornische Firma mußte ihren Börsengang bereits zum zweitem Mal verschieben. Blaxxun hatte bereits im Juni diesen Jahres einen Gang an den Neuen Markt in Frankfurt versucht, das Going Public aber verschoben, um ein günstigeres Marktumfeld abzuwarten.

Ein Händler von Lang & Schwarz sah die Verschiebung des Börsengangs "nicht grundsätzlich negativ". Es spreche durchaus für ein Unternehmen, wenn das Marktumfeld nicht stimme auch mit einer Verschiebung des Listing zu reagieren. Bevor eine Emission mit aller Kraft durchgeboxt werde, um an notwendiges frisches Kapital zu gelangen, sei ein Aufschub auch für Anleger vorteilhafter. Fundamental sei Blaxxun als Marktführer für Software-Entwickler für die virtuelle Internet-Welt "durchaus interessant". Die Zurückhaltung der Anleger bei Internet-Aktien belaste aber das Börsenumfeld, zumal Blaxxun erst in vier Jahren schwarze Zahlen schreiben will.

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