Privatanleger können mit Mindestzuteilung rechnen
Analysten sehen mittelfristig gute Chancen für die „Aktie Gelb“

Analysten sagen der Post einen guten Börsenstart voraus. Mit kräftigen Gewinnen am ersten Handelstag rechnen sie allerdings nicht. Den Anlegern raten die Experten, die Post-Aktie erst einmal zu halten.

FRANKFURT/M. Für die Feier des ersten Handelstags ihrer "Aktie Gelb" scheut die Deutsche Post Worldnet weder Kosten noch Mühen. Am kommenden Montag werden 150 lebensgroße gelbe Bullen den Platz vor der Frankfurter Börse zieren. Die Analysten sind zuversichtlich, dass es auch etwas zu feiern geben wird - vorausgesetzt der Ausgabepreis stimmt.

"Kommt die Post-Aktie für um die 20 Euro hat sie gute Chancen auf einen gelungenen Börsenstart", meint Nils Bartram vom Bankhaus Hauck & Aufhäuser. Hartmut Moers von Julis Bär sieht das ähnlich. Er beziffert den fairen Wert der Postanteile auf 24,40 Euro, fordert aber einen deutlichen Risikoabschlag. "Wir haben immer gesagt, wenn die Post-Aktie um die 20 Euro kostet, muss man sie haben", betont er. Mit deutlichen Zeichnungsgewinnen rechnet der Analyst aber nicht. "Ich würde den Anlegern raten, die Papiere erst einmal zu halten", sagt Moers. "Es würde wenig bringen, die Post schnell für 22 Euro zu verkaufen, wenn sie in einem Jahr 30 oder 40 Euro wert sein kann". Auch Bartram räumt der "Aktie Gelb" auf Sicht von einem Jahr "gute Kurschancen" ein. Denn für rund 20 Euro biete die Post einen deutlichen Preisvorteil gegenüber internationalen Konkurrenten wie der niederländischen TNT Post Groep oder der amerikanischen UPS.

Die Chancen, dass sich die Hoffnung der Analysten auf einen moderaten Ausgabekurs für die Post-Anteile erfüllt, stehen gut. Denn die Großinvestoren sind äußerst preissensibel. Sie haben die Limits für ihre Orders in der Mitte der Preisspanne zwischen 18 und 23 " gesetzt. Der Schwerpunkt liegt zwischen 19 und 21 Euro.

Trotz der großen Nachfrage wird wohl kein Privatanleger leer ausgehen. Aller Voraussicht nach werde die Zuteilung nach dem Modell der Telekomprivatisierung ablaufen, hieß es in Bankenkreisen. Das heißt, jeder Anleger bekommt eine Mindestmenge an Aktien plus einen bestimmten Prozentsatz seiner Order. Bei der Telekom hatte jeder Privatanleger mindestens 25 Aktien plus 20 % des zusätzlichen Auftragsvolumens erhalten.

Käme die Post wirklich für 20 Euro an die Börse, würde die erste Teilprivatisierung des Bonner Konzerns bis zu 7 Mrd. Euro in die Kassen von Finanzminister Hans Eichel spülen. Dem stehen Kosten für den Börsengang von rund 100 Mill. Euro gegenüber.

Den endgültigen Ausgabekurs wollen der Bund, die Post und die Konsortialbanken am späten Freitag und am Samstag festlegen. Dann fällt auch die Entscheidung, wie viele Aktien an die Privaten- und an die Großanleger gehen. Ursprünglich hatte der Bund ein ausgeglichenes Verhältnis von 50 % zu 50 % angestrebt. Ob es dabei bleibt, ist noch nicht klar. Zum Thema Aufteilung auf Groß- und Kleinaktionäre gibt es im Kreis der Verantwortlichen auf Grund der starken institutionellen Nachfrage derzeit unterschiedliche Vorstellungen.

Rund 60 % der Zeichnungsaufträge kamen von den Großanlegern, 40 % von den Privaten aus sieben europäischen Ländern, den Postmitarbeitern und japanischen Kleinaktionären. Japan war das einzige außereuropäische Land, in dem auch Private die Papiere des Bonner Konzerns ordern konnten. Allerdings kommen die Japaner nicht in den Genuss von Rabatten und Treueaktien, mit denen die Post die Europäer während der Frühzeichnerphase gelockt hat. Heute endet die Post-Zeichnungsfrist auch für die Großanleger, die Frist für Privatinvestoren lief bereits am Donnerstag aus. Am Ende könnte die "Aktie Gelb" nach Schätzungen aus Bankenkreisen fünf- bis sechsfach überzeichnet sein.

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